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Debatte um die Zukunft

Handweberei Debatte um die Zukunft

Um die Zukunft der Handweberei Rosenwinkel hat es einen Schlagabtausch im Sozialausschuss des Göttinger Kreistages gegeben. Auslöser war ein Antrag der FDP-Fraktion.

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Handweberei Rosenwinkel: Der soziale Betrieb, hier beim Pfingstmarkt 2010, ist auf Zuschüsse angewiesen.

Quelle: Heller

Diese stieß sich am jährlichen Kreiszuschuss in Höhe von 35000 Euro, den die Einrichtung erhält. Dieser Zuschuss müsse langfristig zurückgeführt werden. Daher sollten 20000 Euro für eine Unternehmensberatung in den Haushalt eingestellt werden.

„Wann hat das mal ein Ende?“ fragte Reinhard Schmidt (FDP) im Hinblick auf die Zuschüsse. Allein der Kreis habe seit 1998 fast eine halbe Million Euro in den sozialen Betrieb gesteckt, dazu kämen noch weitere Zuschussgeber. Schmidt kritisierte die geringe Produktivität von 60 Euro je Beschäftigtem pro Tag, mangelnde Professionalität des Trägervereins und eine mangelnde Einbindung der Einrichtung in ein Tourismuskonzept.

Die Argumentation brachte Maria Gerl-Plein (Grüne) und Brunhild Ralle (SPD), beide auch im Kuratorium der Einrichtung vertreten, in Rage. Ein sozialer Betrieb, der Behinderte beschäftige, könne nun mal keine handelsübliche Produktivität haben, betonten die beiden. Die Einrichtung habe sehr wohl ein Konzept, das auch weiterentwickelt worden sei. Es würden hochwertige Produkte gefertigt, so Gerl-Plein. Die Verkaufszahlen seien nicht der einzige Zweck der Einrichtung. Die Handweberei sei ein Betrieb, auf den der Landkreis stolz sein könne. Auch sei die Anbindung an den Tourismus gegeben. Man solle den Betrieb nicht kaputtreden, so Ralle.

Dagegen verwehrte sich Schmidt. Es gehe nicht darum, die Produktivität der Mitarbeiter, sondern des Betriebes zu steigern. Er habe Sorge, dass die Einrichtung sonst nicht mehr lange bestehen könnte. Irgendwann müsse sich die Handweberei auch selbst tragen, so Schmidt.

Die Handweberei sei schon einmal in schwierigem wirtschaftlichen Fahrwasser gewesen, sagte Harm Adam (CDU). Damals sei aus diesem Grund das Kuratorium gegründet worden. Ein solches schweres wirtschaftliches Fahrwasser könne er derzeit nicht erkennen. Es sei daher im Augenblick unnötig, der Einrichtung etwas von außen aufzuzwingen.Ein sozialer Betrieb könne nicht rein betriebswirtschaftlich betrachtet werden, meinte Gerhard Winter (CDU). So stimmte am Ende Schmidt allein für den Antrag. Der Rest des Ausschusses votierte dagegen.

Auch der Rat der Gemeinde Friedland hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 10000 Euro für die Handweberei beschlossen. Das Konzept des Betriebes sei in Deutschland einzigartig, so die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Margot Blotevogel. Behinderte und benachteiligte Menschen fänden dort einen Arbeitsplatz, derzeit seien dort zehn Frauen aus vier Nationen beschäftigt. Die Handweberei sei zudem schon mehrfach ausgezeichnet worden. Der FDP warf Blotevogel vor, wertvolle Arbeitsplätze in der Region vernichten zu wollen.

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