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Defizite erkennen und Lösungen finden

Palliativzentrum Göttingen Defizite erkennen und Lösungen finden

Massive Probleme gibt es in der ambulanten Palliativversorgung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Einrichtung arbeite nicht kostendeckend und sei nicht auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet.

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In der ambulanten Patientenversorgung gibt es massive Probleme.

Quelle: Westphal

Göttingen . Auf diese Probleme haben Mitglieder des UMG-Vorstands und des Fördervereins in einem Gespräch mit Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hingewiesen. „Wir werden in den kommenden zehn Jahren eine viel größere Anzahl an palliativen Fällen bekommen“, erklärte Heyo K. Kroemer, der als UMG-Vorstand den Bereich Forschung und Lehre verantwortet.

Einen Grund dafür sieht Friedemann Nauck, Leiter des Palliativzentrums, im demographischen Wandel, der zu immer mehr Palliativfällen führe. Hinzu komme eine stark wachsende Zahl an Patienten mit Migrationshintergrund, die kulturell bedingt mit dem Lebensende anders umgehen würden. Sie hätten in der Palliativversorgung oft unterschiedliche Bedürfnisse und es gelte, allen Anforderungen gerecht zu werden. Defizite in der palliativen Versorgung müssten jetzt erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um den Bereich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten, sagte Nauck.  

 Viele Probleme ließen sich mit der Schaffung einer neuen Stelle erkennen, erklärten die Vertreter der UMG. Organisatorisch und finanziell könnte sie über die Klinikgrenzen hinweg im Gesundheitsamt angesiedelt werden und übergreifend operieren. Köhler unterstützte die Idee und will den Vorschlag mit Landrat Bernhard Reuter (SPD) diskutieren. „Wir müssen im Gesundheitssystem andere Wege gehen“, erklärte der Oberbürgermeister. Die UMG-Verantwortlichen schlugen die Schaffung einer Viertelstelle vor, die zum besseren Verständnis von einem Sozialarbeiter mit Migrationshintergrund besetzt werden sollte.  

Außerdem wurde diskutiert, im nächsten Schritt aus den Ergebnissen eine Art regionale Blaupause zu erstellen, die sich auf die Region übertragen ließe. Köhler erklärte sich „bereit, zu sehen, ob daraus ein Regionalkonzept entwickelt werden könnte“.

Die Palliativstation der UMG umfasst zehn Betten. Dort werden Patienten mit unheilbaren, fortgeschrittenen Erkrankungen  klinisch versorgt. Außerdem betreut der Palliativdienst Patienten auch auf den Stationen der UMG. „Wir sehen uns als Kriseninterventionsstation“, erklärte Nauck. „Vier Mitarbeiter betreuen Patienten palliativ im gesamten Haus. Das waren im vergangenen Jahr 1 600.“ Außerdem gibt es den ambulanten Palliativdienst, der über eine Klinikambulanz verfügt und in besonderen Situationen Patienten auch zu Hause
oder in Pflegeeinrichtungen betreut. wes

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