Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Hanisch: "Für uns war es ein toller Erfolg"

Liveblog zu Demonstrationen von und gegen "Freundeskreis" Hanisch: "Für uns war es ein toller Erfolg"

Rund 30 Teilnehmer hat rechtsextreme "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" für seine Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof am Freitagabend erwartet, fünf wurden es. Auf goettinger-tageblatt.de können Sie den Verlauf der Demonstrationen noch einmal im Liveticker nachlesen. mib

Voriger Artikel
Europa-Union: Göttingen statt Brüssel
Nächster Artikel
Raubüberfall beim Blumengießen

Der abgesperrte Bereich am Bahnhof

Quelle: Pförtner

Göttingen. Wir beenden den Liveticker an dieser Stelle. Eine Zusammenfassung der Ereignisse und weitere Informationen finden Sie in Kürze auf goettinger-tageblatt.de und in der gedruckten Sonnabendausgabe.

20.28 Uhr: Die Polizei baut die Absperrgitter ab. Von einigen Teilnehmern der Bündnis-Kundgebung sollen nach Verlassen des Bahnhofsplatzes die Personalien festgestellt worden sein. bar

20.14 Uhr: "Für uns war es ein toller Erfolg", sagt Hanisch und beendet die Bündnis-Kundgebung. Er sagt, es habe sich bestätigt, dass aus zwei Autos heraus Wahlwerbung für die NPD betrieben werde - dass dies möglich sei, werde er kritisch gegenüber der Stadtverwaltung anmerken. bar

20.09 Uhr: Für Hanisch ist die "Freundeskreis"-Kundgebung nur eine Ablenkung von den Autos, aus denen NPD-Wahlwerbung heraus betrieben werde. Der schwarze Block verlässt die Bündnis-Kundgebung. Auch viele andere Demonstranten gegen die Rechtsextremen verlassen bereits den Bahnhofsplatz. Angesichts des wirklich nur sehr kleinen "Freundeskreis"-Grüppchens ist die Stimmung hier bislang vergleichsweise entspannt. Die Polizisten stehen durch die Bank ohne Helm da. bar

20.05 Uhr: Offenbar Unschlüssigkeit bei der Gegenkundgebung. Ist es schon vorbei? Langsam löst sich die Gegenkundgebung an den Rändern auf, viele Gesprächsgruppen bleiben. sg

20.03 Uhr: Hanisch erzählt von einem zweiten Auto, aus dem heraus Wahlwerbung für die NPD gemacht werde. Es handele sich um einen grünen Golf. bar

20.01 Uhr: Alle fünf "Freundeskreis"-Teilnehmer sind im Bahnhof verschwunden. Applaus, Trommelwirbel, Kuhglockengebimmel. Dann wird es ruhig. sg

20 Uhr: Riesiger Jubel, als der "Freundeskreis" sein Transparent einfaltet. Jens Wilke winkt der Gegenkundgebung zu. "Ihr könnt nach Hause fahr'n"-Rufe aus der Gegenkundgebung. Das scheint der "Freundeskreis" auch zu tun. sg

19.59 Uhr: Der traurige "Freundeskreis"-Haufen sei nur da, um zu provozieren, sagt Hanisch. Er ruft weiter zu einem fröhlichen und bunten Widerstand auf. Zugleich teilt er mit, dass ein Lautsprecherwagen durch Geismar fahre und dort Werbung für die NPD mache. bar

19.55 Uhr: Ein fünfter "Freundeskreis"-Kundgebungsteilnehmer ist aufgetaucht. sg

19.54 Uhr: "Freundeskreis"-Frontmann Wilke erklärt in einem Video auf der Facebookseite der Rechten die geringe Teilnehmerzahl mit einer Auflage der Versammlungsbehörde. Demnach durften die Rechten ihren Lautsprecherwagen nicht wie geplant aufstellen, was laut Wilke zu zahlreichen Absagen führte. Deshalb fährt der Lautsprecherwagen nach seiner Aussage derzeit durch Göttingen. Bei der Polizei ist davon bislang nichts bekannt, allerdings haben sich auf Twitter bereits vereinzelt Nutzer gemeldet, die den Wagen in Geismar gesehen haben wollen. aw

19.52 Uhr: Jens Wilke am Smartphone beschäftigt. Die beiden Transparenthalter unbewegt. Der vierte Kundgebungsteilnehmer hält inzwischen den "Anti-Antifa"-Regenschirm. Ansonsten machen die Kundgebungsteilnehmer keine Anstalten, eine Ansprache zu halten. Stattdessen stummes Konfrontieren der Gegenkundgebung. sg

Das bündnis gegen rechts sorgt mit bongo-trommeln für stimmung. Mittelfingerparade aus der gegenkundgebung - aus dem kleinen grüppchen vermummter hinter einem transparent: "Happy Halloween Naziscum.  Good Night White Pride."

19.50 Uhr: Aus dem kleinen schwarzen Block werden immer mal wieder rhythmisch Stinkefinger in Richtung "Freundeskreis" gereckt. Auch die Schlachtrufe aus der ersten Reihe sind durchaus derbe. bar

19.38 Uhr: Fotoshooting. Jens Wilke lässt sich von einem Kundgebungsteilnehmer mit der Gegenkundgebung im Hintergrund fotografieren. Weiterhin nur vier "Freundeskreis"-Kundgebungsteilnehmer.

19.40 Uhr: Auch ein Pastor aus dem brasilianischen Xingu, der Partnergemeinde des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen ist in der Gegendemonstration des Bündnisses gegen Rechts unterwegs. Er will sich über deutsche Demonstrationskultur informieren. Er selbst hat in Brasilien in der Landlosenbewegung gearbeitet. bar

19.34 Uhr: Zwei Kundgebungsteilnehmer halten reglos ihr Transparent hoch. Jens Wilke, "Freundeskreis"-Frontmann, geht auf und ab. Lautstarke Parolen von der Gegenkundgebung inklusive Trillerpfeifenkonzert. sg

19.30 Uhr: "Es gibt nur eins, was wirklich zählt", sagt eine Sprecherin der Antifaschistischen Linken: "Dass wir alle Menschen sind." Nach einer Trommeleinlage gibt es weitere "Haut ab"-Rufe gegen den "Freundeskreis". bar

19.30 Uhr : offizieller Kundgebungsbeginn. Weiterhin nur vier Teilnehmer aufseiten der "Freundeskreis"-Kundgebung. Transparent wird entrollt mit dem Schriftzug: "GÖhört uns so oder so". sg

19.25 Uhr: "Nie wieder Faschismus" tönt es vom Absperrgitter Richtung "Freundeskreis". Einige Vermummte sind unter den Linken. mib

19.23 Uhr: Jan Philipp Jaenecke hält tapfer den Regenschirm hoch. Weiterhin nur vier "Freundeskreis"-Anhänger. mib

19.20 Uhr: Jens Wilke und sein "Freundeskreis" sind am Bahnhof angekommen. Zur Zeit vier Rechte. Mit "Anti-Antifa"-Regenschirm. Linke skandieren "Haut ab". Samba-Gruppe beginnt zu spielen. mib

19 Uhr: "Wir wollen die braune Kacke nicht in Deutschland haben." Gerd Nier von den Göttinger Linken hat in seiner Rede deutliche Worte gegen den "Freundeskreis" gefunden. Die Neo-Nazis hätten nichts in Göttingen verloren. Ihre Parolen hätten nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. "Dieser Platz ist unser Platz", sagte Nier. mib

18.45 Uhr: Mit einer kurzen Rede hat Lothar Hanisch, DGB-Regionsvorsitzender, die Kundgebung gegen den "Freundeskreis" eröffnet. "Wir wollen laut und deutlich zeigen, dass der ,Freundeskreis' hier nicht erwünscht ist", sagte er und mahnte die bislang 300 Teilnehmer auf dem Bahnhofsvorplatz, friedlich zu protestieren. Der "Freundeskreis" schüre Angst, Hass und Gewalt. Lösungen böten "Freundeskreis" und NPD nicht, so Hanisch. Ihnen gehe es nicht um die Weiterentwicklung der Gesellschaft, sie wollten einen "Umbau" der Demokratie, wie er derzeit etwa in Ungarn zu beobachten sei. "Das wollen wir nicht", sagte Hanisch. Die Polizei ist mit großer Stärke auf dem Platz vertreten. Die Göttinger Bereitschaftspolizisten werden durch Kollegen aus Hannover und Osnabrück unterstützt. mib

18.25 Uhr: "Rechtsextremismus und Neonazismus haben in unserer Mitte keinen Platz." Mitte dieser Kernaussagen hat der Rat der Stadt Göttingen gerade (während der beginnenden Demos und Kundgebungen von Rechten und Gegnern) mehrheitlich eine Resolution beschlossen. Titel: "Göttingen ist bunt, weltoffen, tolerant und gewaltfrei."  CDU/FDP und die Antifaschistische Linke Göttingen haben den Text teilweise nach vergeblich vorgetragenen Änderungsvorschlägen abgelehnt. Die ALG sieht mit der Resolution den gewollten Konsens aller Gruppen im Göttinger Bündnis gegen Rechts konterkariert. CDU/FDP wollten eine deutliche Position auch gegen linken Extremismus einarbeiten.  us

17.35 Uhr: Auf der Berliner Straße rollt der Verkehr bisher wie gewohnt, lediglich die Zufahrt zum Bahnhof ist gesperrt. Falls die Einsatzlage er erfordere, könne die Straße aber noch komplett gesperrt werden, so Polizei-Sprecherin Jasmin Kaatz. bk

17.05 Uhr: Erwartungsgemäß sind die zahlreichen angemeldeten Kundgebungspunkte in der Innenstadt verwaist. Die Gegendemonstranten konzentrieren sich mit ihrem Protest auf den Bahnhof, an dem später am Abend der rechte "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" eintreffen wird. bk

17 Uhr: Die Polizei ist mit einem großen Aufgebot auf dem Bahnhofsplatz vertreten. Mit Hamburger Gittern hat sie die beiden Bereiche der "Freundeskreis"-Kundgebung und der Gegenveranstaltung des Bündnisses gegen Rechts voneinander getrennt. Erste Gegendemonstranten sammeln sich bereits auf dem Platz, wo noch eine Bühne aufgebaut wird. Bahnreisende haben noch ungehindert Zutritt zum Bahnhof. Die Polizei patrouilliert durch das Gebäude. mib

16:07 Uhr: Polizei warnt vor Verkehrsbehinderungen

Die Polizei Göttingen rät Verkehrsteilnehmern, den Bereich um den Bahnhof weiträumig zu umfahren. Dort könne es im Laufe des Nachmittags und Abends zu kurzfristigen Sperrungen der Straßen - vor allem der Berliner Straße - kommen. Eine vollständige Sperrung der Berliner Straße sei aber nicht geplant. mib

15:59 Uhr: Die Polizei hat Absperrgitter am Bahnhof aufgestellt

Ein Teil des Bahnhofsvorplatzes ist bereits abgesperrt. Foto: Wenzel

Ein Teil des Bahnhofsvorplatzes ist bereits abgesperrt. Foto: Wenzel

Quelle:

15:33 Uhr: Neonazis aus der Region marschierten in Jena

Zu den regelmäßigen Teilnehmern an Kundgebungen des rechten "Freundeskreises" gehören neben dessen Sprecher und NPD-Landratskandidat Jens Wilke auch der Northeimer NPD-Kandidat für den Kreistag Gianluca Bruno, der Adelebser Mario Messerschmidt, der die "Bürgerinitiative Adelebsen" ins Leben gerufen hat, und Pascal Zintarra von der "Kameradschaft Northeim". Bruno, Messerschmidt und Zintarra beteiligten sich, wie Fotos belegen, am Mittwoch an einer Demonstration der Thügida-Bewegung in Jena. Nach Einschätzung des Thüringer Verfassungsschutz wird diese von Neonazis dominiert. Die Anhänger von Thügida trugen Fackeln und führten einen Sarg mit der Aufschrift »Antifa« mit. Der 17. August ist regelmäßiger Demo-Termin von Neo-Nazis.  Es ist der Todestag von  Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß, der 1987 im Gefängnis starb. Bruno, Messerschmidt und Zintarra trugen bei der Demo Banner des "Freundeskreises", der  "Bürgerinitiative Adelebsen" und der "Kameradschaft Northeim". mib

15:30 Uhr: Mahnwache am Bahnhof und Gegenveranstaltungen

Die Stadtverwaltung Göttingen hat gerade eine aktualisierte Fassung zu den geplanten "Mahnwachen", Demonstrationen und Gegenveranstaltungen veröffentlicht. Darin heißt es:

"Die vom Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen angezeigte Mahnwache am Freitag soll zwischen 19.30 und 21 Uhr auf einem dafür eigens abgesperrten Sektor rechts vom Haupteingang auf dem östlichen Vorplatzbereich des Göttinger Bahnhofs stattfinden. Der neue Standort und die verkürzte Dauer sind Ergebnis eines sogenannten Kooperationsgesprächs am Mittwoch. Die Stadt hat außerdem mehrere angemeldete Gegenveranstaltungen bestätigt.

 Das vom DGB angeführte „Bündnis gegen Rechts“ soll sich demnach ab 17 bis 21 Uhr in einem anderen Bereich des Bahnhofsvorplatzes versammeln. Dagegen war das Bündnis vor das Verwaltungsgericht Göttingen gegangen. das hat den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz zurückgewiesen und die Rechtsauffassung der Stadt in vollem Umfang bestätigt. Das Bündnis ist in die Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht gegangen.

Auch zwei weitere, vom DGB angezeigte Veranstaltungen auf dem Markt (10 bis 18 Uhr, "AfD und NPD - keine Alternative für die Jugend") und auf dem Platz der Synagoge (17 bis 21 Uhr, "Für eine Stadt ohne Menschenfeindlichkeit" ) wurden bestätigt. Zu weiteren Gegenveranstaltungen soll es ebenfalls am Freitagabend durch die SPD auf dem Albaniplatz, durch die Antifa Linke auf der Bahnhof Ostseite (10 bis 21 Uhr, "Kein Platz für Nazis - Göttingen bleibt bunt"), vor dem Roten Zentrum in der Lange Geismar Straße (11 bis 20 Uhr) und durch die Piraten auf dem Hiroshima-Platz (10 bis 18 Uhr) kommen.

Bestätigt wurden inzwischen auch verschiedene Veranstaltungen unter anderem des Bündnisses gegen Rechts am 20. und 21. August unter anderem auf dem Bahnhofsvorplatz, auf dem Markt, am Platz der Synagoge, auf dem Albaniplatz, auf dem Jochen-Brandi-Platz, auf dem Hiroshima-Platz und vor dem Roten Zentrum. Weitere von der Versammlungsbehörde bestätigte Veranstaltungen: vor dem Restaurant "Boccadoro" "Wendenstraßen / Lange Geismar Straße, 15 bis 21 Uhr), auf dem Parkplatz der Stadthalle (17 Uhr bis 19.30 Uhr, 18  bis 21 Uhr, 19.30 bis 21 Uhr).

Zwischenzeitlich hat der NPD-Unterbezirk Göttingen für Sonnabend, 10. September, einen Demonstrationszug vom und zum Schützenplatz als Kundgebungsplatz mit Zwischenkundgebungen auf dem Markt und vor dem Jugendzentrum Innenstadt angemeldet."

14:32 Uhr: Mehr Straftaten von Rechts

Die Zahl rechter Straftaten in Niedersachsen ist deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 verzeichnete die Polizei nach Medienberichten landesweit 868 Delikte. Dies seien 200 oder rund 30 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, heißt es unter Berufung auf Zahlen aus dem Innenministerium in Hannover, welche die grüne Landtagsfraktion angefragt hatte. Unter den rechten Straftaten habe auch die Zahl der Gewaltdelikte zugenommen, von 43 in den ersten sechs Monaten des Vorjahres auf 62 im ersten Halbjahr 2016. Auch in Südniedersachsen haben rechte Straftaten zuletzt zugenommen.  dpa

14:11 Uhr: 30 Neo-Nazis und mehr als 500 Gegendemonstranten am Bahnhof erwartet

Rund 30 Teilnehmer erwartet der rechtsextreme, so genannte "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" für seine Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof am Freitagabend. Anmelder der Veranstaltung ist der NPD-Landratskandidat und "Freundeskreis"-Sprecher Jens Wilke. Den Neo-Nazis wollen sich rund 500 Gegendemonstranten ebenfalls am Bahnhof gegenüber stellen. Diese Teilnehmerzahl hat Lothar Harnisch, DGB-Regionsvorsitzender und Anmelder der Veranstaltung, bei der Stadtverwaltung angemeldet. Weitere Gegenkundgebungen sind unter anderem auf der Bahnhofsostseite (40 Teilnehmer, Antifaschistische Linke Göttingen), am Gänseliesel (100 Teilnehmer, DGB), am Platz der Synagoge (50 Teilnehmer, DGB) und am Hiroshimaplatz (40 Teilnehmer, Piratenpartei) geplant. Unterdessen hat die Polizei auf dem Bahnhofsplatz so genannte Hamburger Gitter aufgestellt, den Bereich für den "Freundeskreis" abgesperrt und ihre Vorbereitungen abgeschlossen. mib

12:32 Uhr: Kritik an angekündigtem Einsatz der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit

Die Basisdemokratische Linke Göttingen (BL) hat die von Polizeipräsident Uwe Lührig angekündigte verstärkte Polizeipräsenz in Göttinger kritisiert und einen geplanten  Einsatz der Göttinger Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) verurteilt. Lührig hatte angekündigt, zusätzliche Kräfte über das Innenministerium anzufordern, zusätzliche Streifen in der Innenstadt einzusetzen, die auch von einer BFE-Einheit unterstützt werden soll. Außerdem sollen vermehrt Zivilbeamte unterwegs sein. Seit der rechtsextreme so genannte "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" in Göttingen und Umgebung auftrete, habe sich die Gewalt gegen die rechte Szene gehäuft, sagte Lührig. Die Polizei macht Linksextreme dafür verantwortlich. Die BL  wirft der BFE bei Einsätzen "massive Gewalt" und "Lust an staatlich legitimierter Brutalität" vor. Die BL verurteilt die "offensichtlichen Ambitionen" Lührigs, "Göttingen zum flächendeckend polizeilich überwachten Gefahrengebiet zu erklären". Dadurch würde die "Eskalationsschraube unweigerlich" angezogen. "Das Problem der Präsenz der extremen Rechten in der Stadt wird dadurch nicht gelöst." mib

12:08 Uhr: Verwaltungsgericht: Bündnis darf nicht auf den ganzen Platz

Göttingen. Das "Bündnis gegen Rechts", das am heutigen Freitag gegen eine Kundgebung des sogenannten "Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen" auf dem Bahnhofsvorplatz antritt, darf nicht den ganzen Platz einnehmen. Das Verwaltungsgericht wies am Freitagmittag einen entsprechenden Antrag von Lothar Hanisch, Regionsvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zurück. Hanisch hatte sich vor Gericht gegen eine entsprechende Auflage der Stadtverwaltung als Versammlungsbehörde gewandt. Das Verwaltungsgericht jedoch lehnte einstweiligen Rechtssschutz gegen die Auflage ab, weil "nicht beide Versammlungen gleichzeitig auf demselben Platz stattfinden können", sagte ein Sprecher des Gerichts. Andernfalls wäre die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Überdies sei die Anmeldung des Freundeskreises früher eingegangen. Demnach werden die Rechtsradikalen erneut einen eigenen Bereich durch die Polizei zugewiesen bekommen, die Gegendemonstranten müssen mit dem Rest des Platezs vorlieb nehmen. ck

11:57 Uhr: Autos gegen "Freundeskreis"

Unter dem Motto „Mein Auto gegen Nazis - den Nazikundgebungsplatz zuparken“ hat die Antifa-Gruppe Redical M aufgerufen, den Albaniplatz zu blockieren. Dort hat der rechtsextreme so genannten "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" für Freitagabend eine Demo angemeldet. "Ein Naziaufmarsch ist nichts was man hinnehmen muss, wir fordern alle Göttinger dazu auf, Widerstand gegen die Hetze zu leisten. Stellt euer Auto auf den Albaniparkplatz und macht damit deutlich: in unserer Stadt ist kein Platz für Rassismus, Nationalismus und die dazugehörigen Gestalten“, erklärte eine Redical-M-Sprecherin am Donnerstag. Sie erinnerte an die "besondere historische Bedeutung", des Platzes, auf dem 1933 die Nationalsozialisten Bücher verbrannten. mib

11:20 Uhr: SPD Göttingen appelliert an Fritz Güntzler und die CDU

Mit einem Appell an seine "Parteifreunde" in Hannover zu stoppen, hat sich der Stadtverband der SPD an den Göttinger CDU-Bundestagsabgeordneten und Vorstandsmitglied der niedersächsischen CDU Fritz Güntzler gewandt. Die SPD nimmt Bezug auf eine Äußerung des Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Jens Nacke. Nacke hatte Göttingen vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen der NPD und dem rechtsextremistischen, so genannten "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" sowie Autonomen und linken Gruppen als „Hochburg des Linksextremismus“ bezeichnet. Wenn Göttingen als ,Hochburg des Linksextremismus' bezeichnet wird, so verkennt dies nicht nur den verwandten Begriff, es dramatisiert auch völlig unerlaubt die Göttinger Situation und fügt dem Image der Stadt schweren Schaden zu", heißt in dem SPD-Appell. Die Situation müsse bewältigt werden, dafür sei "besonnenes Handeln" notwendig. Dies leiste die Göttinger Zivilgesellschaft und wie in den 1970er, 80er und 90er Jahren eine" klug geführte" Polizei. "Der Verlauf der Demonstrationen am vergangenen Wochenende sind ein weiterer Beleg. Es führt nicht zur Entspannung, wenn Göttingen als Hochburg des Linksextremismus dargestellt wird. "Die SPD wertet Nackes Äußerungen als "populistisches Wahlkampfgetöse". Trotz des Wahlkampfes sollte die Göttinger CDU und die Landespartei mit Augenmaß handeln, fordert die SPD. mib

10:45 Uhr: Vorbereitungen am Bahnhof

Am Bahnhof haben die Vorbereitungen für die angemeldeten Kundgebungen des rechtsextremen, so genannten "Freundeskreis Thüringen/Südniedersachsen" begonnen. Die Polizei hat den mittleren Teil des Parkplatzes inzwischen abgesperrt. Mit Flatterband haben Beamtinnen den nordöstlich gelegenen Bahnhofsvorplatz vom Hauptplatz abgesperrt. In dem Bereich will der "Freundeskreis" eine Kundgebung veranstalten. Für den Platz direkt vor dem Bahnhof hat das Göttinger Bündnis gegen Rechts eine Kundgebung angemeldet. Beginn dafür ist für 17 Uhr geplant. Der "Freundeskreis" will mit seiner Veranstaltung um 19.30 Uhr starten. mib

Die Polizei ist bereits am Bahnhof präsent

Die Polizei ist bereits am Bahnhof präsent

Quelle:

10:30 Uhr: Schmierereien an der Stadthalle

Neonazi-Gegner haben am Donnerstagabend den Platz vor der Göttinger Stadthalle mit Parolen gegen den rechtsextremen so genannten "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" und die NPD überzogen. Mitarbeiter einer Göttinger Malerfirma sind derzeit mit Hochdruck dabei die mit Kreide aufgebrachten Schmierereien vom Pflaster zu entfernen. "Jens hat einen kleinen Freundeskreis", "Jens ist doof! Mario auch!", "FCK NZS", "Refugees welcome" oder "Kein Platz für Nazis" war dort zu lesen. Der Albaniplatz ist einer der möglichen Aufmarschplätze für den Freundeskreis, der für Freitagabend eine Kundgebung angemeldet hat. Über den Ort entscheidet heute das Gericht.  mib

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
"Freundeskreis"-Demo und Gegenkundgebung in Göttingen
Mehr als 500 Demonstranten stellten sich gegen fünf „Freundeskreis“-Anhänger am Göttinger Bahnhof.

Genau 30 Minuten hat die Kundgebung gedauert. Sie bestand aus dem stummen Stehen von fünf Mitgliedern des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“. Dann verschwanden sie im Bahnhof.

mehr