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Demonstrationen in Göttingen und Northeim gegen Rassismus

Pegida nicht die Straße überlassen Demonstrationen in Göttingen und Northeim gegen Rassismus

„Montagabend darf kein Pegidaabend werden. Wir dürfen Rassisten nicht die Straße überlassen“, sagt Agnieszka Zimowska, Göttinger Gewerkschaftssekretärin. Auch deshalb sei man hier.

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Über 300 Demonstranten zeigen in Northeim Flagge gegen die Pegida-Bewegung.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Northeim. Hier, das war am Montagabend der Markt vor dem Göttinger Rathaus, wo mehr als 300 Menschen dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts und des Gewerkschaftsbundes gefolgt waren, darunter viele Politiker wie CDU-Bürgermeister Wilhelm Gerhardy, Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU) oder der grüne Pastor Thomas Harms.

Doch die zunehmende Zahl der Pegida-Demos war nicht der eigentliche Anlass. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an die Opfer der rechten Terrorzelle NSU am Vorabend des bundesweiten Aktionstages.

Zugleich war an einem 19. Januar vor 14 Jahren der erste Bombenanschlag des Mord-Trios verübt worden. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer sowohl der Toten des Terrors in Paris als auch der Opfer des NSU. Deshalb stand die Forderung nach lückenloser Aufklärung der Taten bei allen Rednern im Vordergrund.

Auch bei Superintendent Friedrich Selter, der zugleich für seinen katholischen Kollegen Wigbert Schwarze sprach. Nur vollständige Aufklärung schaffe wieder Vertrauen.

Mehr als 300 Menschen folgtem dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts und des Gewerkschaftsbundes Göttingen. Vor dem Göttinger Rathaus demonstrierten sie gegen Rassismus. © Hinzmann

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Für die muslimische Ditib-Gemeinde sprach Mustafa Keskin. Er bedankte sich, „dass in Deutschland so viele Menschen gegen Rassismus auf die Straße gehen“. Zimowska erinnerte: „Ängste blühen dort, wo es die wenigsten Einwanderer gibt. „Pegida trägt die Spaltung schon im Namen.“

Auch in Northeim haben am Montag weit mehr als 300 Menschen, darunter viele Muslime,  gegen Rassismus und Ausgrenzung und für eine solidarische und soziale Gesellschaft demonstriert. Ihre Kritik richtete sich auch gegen die Pegida-Bewegung. Unter dem Namen „Northeimer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Nogida) hat sich in Northeim ein Ableger gegründet, der entgegen anderer Ankündigungen bislang nur im Internet aktiv ist.

An der Kundgebung, zu der das Northeimer Bündnis gegen Rechtsextremismus aufgerufen hatte, nahmen am Münsterplatz auch die Northeimer Bundestagsabgeordneten Walter Priesmeier (SPD) und Roy Kühne (CDU) sowie die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) teil.

An der Kundgebung, zu der das Northeimer Bündnis gegen Rechtsextremismus aufgerufen hatte, nahmen am Münsterplatz auch die Northeimer Bundestagsabgeordneten Walter Priesmeier (SPD) und Roy Kühne (CDU) sowie die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) teil. © Hinzmann

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„Wir wollen Northeim nicht den rechten Extremisten überlassen. Wir verabscheuen jede Form von Fanatismus“, sagte Erika Goebel, Vorsitzende DGB-Ortsverbandes Northeim. Pastor Bernd Ranke, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling, forderte angesichts der von der Pegida-Bewegung an den Tag gelegten Menschenverachtung und Diskriminierung „Wachsamkeit und Widerstand“.

Der Terror von islamistischer Seite geschehe nicht im Namen Allahs, sagte Naciye Göksu, von der Northeimer Ditib-Gemeinde. Genauso wenig könne die Pegida-Bewegung christlich sein. Sie verstoße gegen die Nächstenliebe.

Von Michael Brakemeier und Jürgen Gückel

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