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Denkmal für die Göttinger Sieben

Enthüllung auf dem Uni-Campus Denkmal für die Göttinger Sieben

Während einer Feierstunde ist Donnerstagnachmittag ein Denkmal für die Göttinger Sieben auf dem Campus der Universität enthüllt worden. Der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, der das Denkmal auch entworfen hat, und sein Göttinger Verleger Gerhard Steidl haben es der Stadt und Universität geschenkt.

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Auf dem Campus der Universität: Nobelpreisträger Günter Grass enthüllt das Denkmal für die Göttinger Sieben.

Quelle: Pförtner

Die rund drei Meter hohe Skulptur zeigt den Buchstaben „G“ und die Ziffer „7“. Die aus stabilem und beständigem Corten-Stahl gefertigten Zeichen stehen auf einem Sandsteinsockel, an dem auf einer Bronzeplatte der Wortlaut der Protestschrift der Göttinger Sieben vom 18. November 1837 zu lesen ist. Die Professoren, darunter Wilhelm und Jacob Grimm, protestierten damals gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover.

„Ein Denkmal mehr. Was soll das?“, fragte Grass bei der Enthüllung. Er betonte, dass sein Denkmal nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch „in die Gegenwart wirken“ soll. Sein Denkmal, das an die Taten der Göttinger Sieben erinnern soll, will Grass auch als Hinweis „auf unsere demokratischen Zustände“ verstanden wissen. Heute etwa würden Lobbyisten Regierungen beeinflussen. „Diese Folgen haben wir alle zu tragen“, sagte Grass. Demokratie sei kein fester Besitz, sie müsse täglich neu erkämpft werden.

Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) bezeichnete die Würdigung der Wissenschaftler an deren Wirkungsstätte als „lange überfällig“. Einzig ein Denkmal vor dem niedersächsischen Landtag erinnerte bis gestern an die Göttinger Sieben. Meyer hofft, dass das Göttinger Denkmal nun ein „Anziehungspunkt“ und „Identität stiftendes Objekt“ werde. Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel betonte, dass es die Aufgabe der Uni sei, den heutigen Studenten ein „kritisches und unabhängiges Denken“ mitzugeben.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Weender Metallbaufirma von Roderich Senge mit dem Bau des Denkmals begonnen. Als Vorlage diente ein Entwurf von Bildhauer und Grafiker Grass, den er auf einem Blatt Papier grob mit dünnem Filzstift skizziert hatte. „In fünf Minuten ist der Entwurf entstanden“, erklärte Steidl damals.

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Skulptur von Grass und Steidl

Die Funken fliegen. Der mit Sauerstoff und Acetylen gefütterte Schneidbrenner frisst sich langsam durch die ein Zentimeter dicke Stahlplatte. Mit sicherer Hand führt Metallbauer Reinhardt Czyrnik das Gerät die Schnittkante entlang.

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