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„Ich habe einfach das Sportgen in mir“

Rund um die Uhr Olympia schauen „Ich habe einfach das Sportgen in mir“

Den Olympia-Zeitplan aus dem Tageblatt hat sich Heinz Sölter fein säuberlich zurechtgelegt, die wichtigsten Entscheidungen bereits farblich markiert. Der 77-Jährige hat dem Großereignis in Rio de Janeiro entgegengefiebert. „Ich habe einfach das Sportgen in mir“, sagt Sölter.

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Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Für den gebürtigen Landolfshäuser, der seit 1963 in Göttingen wohnt, das Tageblatt aber schon seit 1955 abonniert hat, ist ein Leben ohne Sport einfach nicht vorstellbar. „Leichtathletik, Fußball, Schwimmen, Hockey – ich interessiere mich einfach für alles“, berichtet der gelernte Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Und so ist es für Sölter selbstverständlich, dass er während der kommenden zwei Wochen einen Marathon zurücklegen wird – vor dem Fernseher.

Vor welchem, steht jedoch noch nicht fest. Ausgerechnet am Tag vor der Eröffnungsfeier traten bei seinem TV-Gerät Bildstörungen auf. Sölter reagierte prompt und orderte einen neuen, doch sein altes Gerät funktionierte anschließend auf einmal wieder einwandfrei. „Ich fürchte, den Neuen kann ich nicht mehr zurückgehen lassen“, sagt der 77-Jährige schmunzelnd.

Egal auf welchem Gerät Sölter die Entscheidungen mitverfolgen wird, es wird auf jeden Fall einer Belastungsprobe unterzogen werden. „Ich stehe auch nachts auf, um zu schauen. Meine Frau sagt immer zu mir, einen Sportverrückteren als dich kann es nicht geben“, erzählt Sölter, der großer Anhänger seines Heimatvereins TSV Landolfshausen ist und als Schüler die 100 Meter in 11,5 Sekunden sprintete. Dass aufgrund des Zeitunterschieds viele Medaillen in Rio erst vergeben werden, wenn in Deutschland bereits Nacht ist, stört Sportfan Sölter nicht: „1984 habe ich mit meiner Tochter die Olympischen Spiele in Los Angeles drei Wochen lang durchgeguckt.“

1972 in München war der Landolfshäuser selber vor Ort. „Nach der Geiselnahme der israelischen Sportler wusste man nicht, ob es weitergeht“, erinnert er sich. „Angst hatte ich aber nicht.“ Für Olympia 1980 in Moskau hatte Sölter, der neben unzähligen Ordnern mit Zeitungsberichten auch mehr als 200 Sportbücher zu Hause hat, bereits Karten für die Schwimm- und Leichtathletikwettbewerbe erworben, reiste wegen des Boykotts aber doch nicht an. „Die Karten haben viel Geld gekostet. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht doch hingefahren bin.“

Sport ziehe sich „wie ein roter Faden" durch sein Leben, sagt Sölter. Und deshalb wird er Olympia – egal zu welcher Uhrzeit - am Fernseher verfolgen. Nur auf die Spiele der Deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft wird Sölter verzichten, zumindest bis zu einem möglichen Endspiel: „Dass Pauline Bremer nicht nominiert wurde, hat mich zu sehr geärgert.“

Und Sie?

Wie verfolgen Sie die Olympischen Spiele in Rio? Schreiben Sie uns, gerne mit Bild, per E-Mail an redaktion@goettinger-tageblatt.de; Twitter: @goetageblatt; Facebook: facebook.com/goettingertageblatt

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