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Der Traum von einer richtigen Familie

"Keiner soll einsam sein" Der Traum von einer richtigen Familie

Immer wieder geraten Menschen in Not, werden Opfer von persönlichen Katastrophen und Tiefschlägen. Diesen Menschen bieten soziale Einrichtungen in der Region Hilfe. Für sie sammelt „Keiner soll einsam sein“, die Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblatts. In loser Folge stellen wir Schicksale vor.

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GSO gibt Benefizkonzert

Quelle: Heller

Göttingen. Das Wohnzimmer ist mit Spielzeug dekoriert, Flur und Kinderzimmer auch. Hier lebt der knapp zweijährige Luca mit seiner Mutter Nadine F. (Namen geändert) und dem Mann, zu dem er Papa sagt, seit er sprechen kann. Die kleine Drei-Zimmer-Wohnung ist das Zentrum ihres Universums. Hier hat Luca alles, was ein kleiner Junge braucht zum Glücklichsein. Manchmal klettert Luca auf den Schoß seiner Mutter und streichelt ihr den Kopf, wenn sie mal wieder besonders traurig ist. „Er ist ein sensibles und sehr großherziges Kind“, sagt die 38-Jährige.  Traurig ist Nadine oft. Sie hat Depressionen. Der Kontakt zu ihrer Mutter und den zehn Geschwistern ist abgebrochen, dort versteht man ihre Leiden nicht. Die Krankheit hat die gelernte Bäckerei-Fachverkäuferin erwerbsunfähig gemacht. Sechs Stunden in er Woche bekommt sie Ambulante Hilfe über das Albert-Schweitzer-Familienwerk. Ihre finanziellen Angelegenheiten hat sie freiwillig in die Hände einer gesetzlichen Betreuung gelegt. Der Umgang mit Geld liege ihr nicht, sagt sie. Viel steht ihr und ihrer kleinen Familie ohnehin nicht zur Verfügung. Zusammen mit der Rente ihres heutigen Mannes und der Hilfe durch die Stadt sind es im Monat etwa 1200 Euro. „Das ist nicht immer ganz leicht.“

Mit ihrem Mann ist sie seit 2001 zusammen. Er leidet unter der Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS), kann nicht immer gut laufen. 2012 haben sie sich für einige Zeit getrennt, weil er sich zu wenig um seine Krankheit und seine Freundin kümmert, so ihr Vorwurf. In dieser Zeit lernt Nadine zudem einen anderen Mann kennen, verliebt sich, wird schwanger. „Seit ich erfahren hatte, dass ich ein Kind bekomme, ging es bergab“, erinnert sie sich. Der Neue interessiert sich für andere Frauen, ab und zu rutscht ihm die Hand aus. Ein Muster, das der jungen Frau nicht unbekannt ist. Schon in ihrer Kindheit und einer ersten Ehe in Jugendjahren hat sie Gewalt erlebt.

Nach einer heftigen Gewalteskalation verschwindet Lucas leiblicher Vater von der Bildfläche, die Mutter kommt verletzt und verzweifelt in die Asklepios-Klinik. „Zu dem Zeitpunkt war meine Welt zusammengebrochen. Der Traum von einer richtigen Familie ausgeträumt.“ In dieser Phase kümmert sich allerdings der Ex-Freund um die werdende Mutter, hört ihr zu und ist sogar bei der Entbindung dabei. Die beiden raufen sich in der Folgezeit zusammen, beziehen schließlich wieder eine gemeinsame Wohnung und heiraten.

Eine Sorge allerdings bleibt für Nadine. Sie will den Kontakt zwischen Luca und seinem leiblichen Vater verhindern. „Die Gewalt bekomme ich nicht aus dem Kopf.“ Die Lösung soll eine Adoption sein. Sie holt sich die Einverständniserklärung des Vaters, legt mit ihrem Mann beim Jugendamt komplette Lebensberichte ab, erledigt über einen Notar alle nötigen Formalitäten. Dann aber flattert die fällige Rechnung in den Briefkasten: 250 Euro. Weit mehr als sie zu diesem Zeitpunkt aufbringen kann. Rechnungen vom letzten Umzug und Nachzahlungen an die GEZ sind aus dem schmalen Budget noch zu begleichen.  

                                                                                                                           
„Ich war echt verzweifelt. Ich hatte endlich eine Lösung und mir fehlte das Geld“, erinnert sich Nadine. Da gibt ihr eine Betreuerin den Tipp, dass es beim Familienwerk einen Topf mit Spendengeldern aus der Tageblatt-Hilfsaktion „Keiner soll einsam sein“ gibt. Sie stellt einen Antrag und schon zwei Wochen später kommt die positive Antwort: „Wir waren gerettet.“ Die Erleichterung ist Nadine noch immer anzumerken. Jetzt fehlt noch die abschließende Überprüfung durch das Jugendamt. Dann kann ihr Traum von einer richtigen Familie doch noch wahr werden und Luca bekommt zum zweiten Geburtstag einen Papa.

Seit Jahren dabei
Nadine und ihr Mann sind am 24. Dezember regelmäßige Gäste in die Stadthalle. Dort veranstaltet das Tageblatt seit über 40 Jahren im Rahmen der Benefizaktion „Keiner soll einsam sein“ den offenen Heiligabend. „Die Veranstaltung ist klasse“, lobt sie. Und auch wenn sie jetzt nicht mehr einsam sei, werde sie auch in diesem Jahr dabei sein. Und der kleine Luca kommt mit. ms

GSO gibt Benefizkonzert

Der Vorverkauf für das Benefizkonzert des Göttinger Symphonie-Orchesters für „Keiner soll einsam sein“, die Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblattes, hat begonnen. Als Glanzlichter des Programms am Freitag, 16. Dezember, stehen Glucks Orfeo ed Euridice und die Ungarischen Tänze von Johannes Brahms auf dem Programm. Als Solistin steht Clara Marlene Büchi auf der Bühne. Das Konzert in der Stadthalle beginnt um 20 Uhr. Karten für die Veranstaltung sind in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt, erhältlich.

Bürger spenden für den guten Zweck

Göttingen. Menschen geraten aus ganz unterschiedlichen Gründen in Not. Finanzielle Probleme oder persönliche Tiefschläge sind nur zwei Beispiele, warum manche Leute aus Göttingen und der Region auf Hilfe angewiesen sind. Diesen Menschen bieten soziale Einrichtungen eine Anlaufstelle für Rat und Hilfe. Deshalb wird bei der Aktion „Keiner soll einsam sein“, der Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblatts, zugunsten dieser Einrichtungen Geld gesammelt. Folgende Personen haben sich bereits entschieden, deren Arbeit mit einer Spende zu unterstützen:

Ute Strohal 60 Euro, Heidemarie Schreck 10 Euro, Ingeborg Doerfer 30 Euro, Dr. Burkhart Sattler 50 Euro, Markus Becker 100 Euro, GT Bücherbasar 110 Euro, Werner und Ilse Hillebrecht 20 Euro, Dr. Lieselotte Klose 100 Euro, Dr. Jörg-Martin Jehle 100 Euro, Dr. Jasmin Grigat 150 Euro, Anna-Barbara Geck 10 Euro, Dr. Reinhold und Monika Kühnapfel 20 Euro, Lydia Bleyer 20 Euro, Helga Klages 25 Euro, Kauf Park Werbegemeinschaft 2000 Euro, Uwe Brandi 4000 Euro, Christine Wilke 500 Euro, Johanne Suesse 50 Euro, Gunter Wolf 20 Euro, PSD Bank Braunschweig eG 10000 Euro, Gisela Eggers 50 Euro, Prof. Dr. Jürgen und Ingeborg Hagedorn 50 Euro, Gabriele Scheel 20 Euro, Karl und Renate Goebel 30 Euro, Helene Springer 100 Euro, Angelika Kahlmeyer 10 Euro, Dieter Jakobi 25 Euro, Dieter und Helga Endler 25 Euro, Heide Brueckner 30 Euro, Volker Biesold 30 Euro, Prof. Dr. Hartmut Dierschke 30 Euro, Heide Drewski  50 Euro, Helga Schmitz-Doerner 50 Euro, Dorothee Ruester 100 Euro, Andreas Wiese 100 Euro, Philipp Kühne 25 Euro, Peter Rogge 30 Euro, Peter und Isolde Busch 50 Euro, Manfred Kopp 50 Euro, Dres. Hans-Joachim und Dagmar Heinemann 50 Euro, Dr. Saradj Huschang 100 Euro, Einbecker Brauhaus 1500 Euro, ohne Namen 100 Euro.

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