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Design-Studenten stellen in der Göttinger St. Johanniskirche aus

Form und Reformation Design-Studenten stellen in der Göttinger St. Johanniskirche aus

Aus Munition wird wieder eine Glocke, ein Trimmgerät soll dem Glaubenstraining dienen: Wie Design-Studenten auf das Thema Reformation blicken, zeigt eine Ausstellung in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Johannis. Zu sehen sind ab Sonnabend, 23. Mai, Werke von zwölf Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK).

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Pastor Gerhard Schridde zeigt Exponate.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Vor knapp 500 Jahren gab Martin Luther 1517 mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen einen wesentlichen Anstoß zur Reformation, zu der kirchlichen Bewegung also, aus der die evangelische Kirche hervorging. Reformation bedeutet Erneuerung und Umformung – ein gutes Thema also für Design-Studenten, die sich mit der Form von Dingen beschäftigen.

 
Zu den Exponaten gehört die Arbeit von Sina Faikosch. Sie hat aus alten Patronenhülsen eine Glocke gegossen. Damit reformiert sie das Material in einer Art, die einen Kontrapunkt zur Geschichte setzt – während der Weltkriege wurden Glocken eingeschmolzen, um daraus Munition zu machen. Carolin Weitkamp und Norman Steiner haben ein „Rallye 3000 GT“ in den Altarraum gestellt – einen Hometrainer. Die Objektmacher laden die Besucher dazu ein, den Glauben zu trainieren. Denjenigen, die strampeln, leuchtet eine Lampe ins Gesicht. Geht ihnen ein Licht auf? Wollen sie sich nur ins rechte Licht setzen? Oder ist es ein Fall von Verblendung?

 
Einer grundlegenden anthropologischen Frage geht Norman Steiner unter dem Titel „Perfekt“ nach. Das sind seine Objekte eben nicht. Denn, so heißt es zur Erläuterung: „Es ist unmöglich, Perfektion zu erreichen und einen Prozess fehlerfrei zu gestalten. Unregelmäßigkeiten im Material und die Fehlbarkeit des Menschen lassen Perfektion nicht zu. Warum nimmt man die Dinge nicht einfach, wie sie sind? Lebendig. Das macht sie vollkommen. Das macht jedes Einzelne perfekt.“

 
Die Studenten haben teils in klassischer Weise Objekte gestaltet, es gibt aber auch multimediale Installationen und verfremdete Bilder. Einen eindrucksvollen optischen Auftakt zur Schau bildet im Eingangsbereich von St. Johannis die Installation „Soli“ von Sina Faikosch. Sie visualisiert fünf grundlegende reformatorische Einsichten.

 
Gerhard Schridde, Pastor an St. Johannis, zeigt sich begeistert von Gehalt und Vielfalt der ausgestellten Arbeiten. Die Ausstellung lasse Raum für Assoziationen und Gespräche und fordere förmlich dazu auf, meint Schridde.

 
Bis zum großen Jubiläum 2017 feiert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Lutherdekade mit unterschiedlichen Themenjahren. In diesem Jahr steht das Thema „Reformation und Bild“ auf dem Programm, in das die Ausstellung, die 2014 schon in Hildesheim zu sehen war, glänzend passt. Entstanden ist die Schau in Zusammenarbeit von HAWK und dem Arbeitsfeld Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der hannoverschen Landeskirche.

Foto: Hinzmann

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Öffnungszeiten und Aktionen
Die Ausstellung „Reformation“ wird am Sonnabend, 23. Mai, um 11 Uhr in St. Johannis in Anwesenheit der Designer eröffnet. Die Schau ist bis Mittwoch, 10 Juni, täglich von 11 bis 19 Uhr in der Kirche zu sehen. Am Donnerstag, 28. Mai und am Sonnabend, 6. Juni, gibt verlängerte Öffnungszeiten bis 23 Uhr mit Taschenlampenführungen um 21 und 22 Uhr. Der Katalog zur Ausstellung kostet 15 Euro. Eine musikalische Führung mit dem bekannten Liedermacher und Pastor Fritz Baltruweit und Pastorin Simone Liedtke beginnt am Mittwoch, 27. Mai, um 19 Uhr. Über das Thema „Luther im Film“ spricht Liedtke am Mittwoch, 3. Juni, um 19 Uhr. bar
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