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Deutsch-Iranischer Kulturverein Göttingen besteht seit drei Jahren

Sommerfest Deutsch-Iranischer Kulturverein Göttingen besteht seit drei Jahren

Kereshme heißt so viel wie Koketterie. Die Koketterie, die Salome hier zeigt, wäre in ihrer Heimat wohl noch immer verboten. Tänzerin Salome heißt tatsächlich Saloumeh Gholami, ist in Göttingen promovierte Iranistin, heute an der Goethe-Universität Frankfurt, und Gast beim Sommerfest des Deutsch-Iranischen Kulturvereins Göttingen. Ihre Koketterie ist uralte persichsche Kultur.

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Saloumek Gholami als „Zauberin“ betört die Gäste des Vereins Baniadam. Heller

Quelle: Heller

Göttingen. Seit drei Jahren besteht der Verein „Baniadam“, der die sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran im Sinne der Völkerverständigung pflegen möchte. Er versteht sich als politisch und konfessionell neutral. Einst von 30 Mitgliedern gegründet, ist er auf nunmehr 70 angewachsen, einige davon aus Hannover und Kassel, berichtet Fahimeh Mohebbi, die Vorsitzende.

Hartmut Niemann, ihr Stellvertreter, erinnerte beim Sommerfest im Holbornschen Haus daran, dass vor drei Jahren voller Sorge auf „das Unwetter im Iran“ geschaut wurde. Inzwischen habe sich dieses verzogen, der Iran öffne sich. Und doch, so erzählt Niemann von einer Begegnung jüngst im Iran, schaue man dort voller Skepsis auf die Öffnung: „Was nutzt es, wenn uns die ganze Welt für Terroristen hält“, habe ihm ein alter Mann gesagt.

Tatsächlich war noch unter Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad der Iran ein Land, in dem selbst der öffentliche Tanz verboten war. Wenige Ausnahmen gab es, dann aber durften Frauen nur mit Kopftuch und „ohne weibliche Bewegungen“, sagt Gholami, tanzen. Das durfte dann nicht einmal so heißen - „rhythmische Bewegung“ war der offizielle Begriff. Erst seit wenigen Monaten gebe es wieder öffentliche Aufführungen traditioneller persischer Tänze, diese dann aber nur von Frauen für Frauen.

Gholami, Dozentin am Institut für empirische Sprachwissenschaft in Frankfurt, hat besondere Beziehungen zum Tanz. Ihre Mutter war Ballett-Tänzerin. Sie selber gründete im Studium in Göttingen 2005 eine Tanzgruppe mit Namen Kereshme. Als sie nach Frankfurt ging, nahm sie die Idee mit. Auch dort tanzt sie mit Frauen iranische Traditionstänze, bei denen Anmut, Arm- und Kopfbewegungen sowie die Mimik das Entscheidende sind. Sogar ein Buch über die Geschichte des Tanzes im Iran hat Gholami in Kooperation mit Forschern aus Frankfurt, Schweden und den USA geschrieben. Was sie im Verein Baniadam aufführte, hieß „Die Zauberin“ - und tatsächlich, es verzauberte die Gäste.

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