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In neue Aufgaben hineingewachsen

Deutsch-Russische Gesellschaft Göttingen In neue Aufgaben hineingewachsen

Talisman-Puppen basteln und eine Russisch-Einführung – zur Einweihung ihres neuen Zentrums für Mehrsprachigkeit, Integration und Bildung hat die Deutsch-Russische Gesellschaft Göttingen (DRG) einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Inzwischen richtet sie sich aber an alle Nationalitäten.

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Quelle: Peter Heller

Göttingen. Zahlreiche Gäste statteten dem etwas versteckt liegenden Zentrum am Groner Greitweg 23a einen Besuch ab: Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD), Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), der russische Honorarkonsul in Niedersachsen, Heino Wiese, sowie Direktoren von kooperierenden Schulen kamen – neben vielen anderen, die der DRG verbunden sind oder ihre Angebote besuchen. Das Zentrum jedenfalls war voll und glich einem bunten Nachbarschaftstreff mit Gesprächen in vielen Sprachen; ein internationales Publikum. 

Sofia (12) und Alina (14) kommen gerade aus dem Bastel-Workshop, in dem Glücksvögel und Talisman-Puppen angefertigt wurden – aus Stoff, der mit einem einzigen Faden so umwickelt wurde, dass die jeweilige Form entstand. Sofias Eltern sind beide Russlanddeutsche, ebenso Alinas Mutter. Beide besuchen auch die russische Schule der DRG – „um mehr Russisch zu lernen“, sagt Alina. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen“, meint Sofia, „und ich will die Sprache weiter sprechen und schreiben.“

Als die DRG vor sechs Jahren gegründet wurde, wollte sie einen Beitrag zur Integration und Unterstützung insbesondere von Russlanddeutschen leisten, so Lana Spreitz, stellvertretende Vorsitzende der DRG. Doch heute ist sie über ihre ursprüngliche Aufgabe weit hinausgewachsen, auch regional ist sie nicht mehr auf Göttingen beschränkt, sondern bietet Kurse in Northeim, Duderstadt und Dransfeld an.

Zur DRG gehört eine russische Schule, in der Sprache, Kultur, Musik, Sport und Landeskunde vermittelt werden – auf Russisch. Mit Göttinger Schulen, die einen höheren Migrantenanteil haben, bestehen Kooperationen. „Wenn zum Beispiel ein neues Migrantenkind in die Schule kommt, nimmt die Schule mit uns Kontakt auf, und wir kümmern uns um seine Begleitung, um Übersetzung und sprachliche Nachhilfe. Auch mit den Eltern suchen wir das Gespräch“, sagt Irina Schnar, die das Zentrum leitet.

Im Zentrum selbst finden derweil weitere Sprachkurse statt, Puppentheater, zweisprachige  psychologische Beratungen und mehr – oder einfach spontane Besuche, um zu Tee zu trinken und zu quatschen. Tschetschenen, Ukrainer, Russen, Deutsche, Inder, Pakistaner, Syrer – die Hilfe der DRG richtet sich heute an alle Nationalitäten. Zwischen 20 und 50 ehrenamtliche Unterstützer tragen diese Arbeit. 

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