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Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund beim Stapelmahl

Staat braucht starke Städte Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund beim Stapelmahl

„Ohne die Stadt ist kein Staat zu machen, ohne eine ausreichend finanzierte kommunale Selbstverwaltung ist der Staat ein Riese auf tönernen Füßen.“ Das hat Gerd Landsberg, der als Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds 11000 Kommunen vertritt, beim Stapelmahl der Stadt Hann. Münden betont. 170 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren im unteren Rathaussaal zusammengekommen.

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Nach dem Faßbieranstich: Bürgermeister Klaus Burhenne, Brauerei-Chef Lothar Gauß und Festredner Gerd Landsberg (von links).

Quelle: EF

Hann. Münden. Landsberg verteidigte die Gewerbesteuer als „unverzichtbare Einnahmequelle“ der Kommunen. Als einen ihrer Vorläufer nannte er das Stapelrecht, nachdem die Feier in Münden benannt ist.

Die Welfen hatten es 1247 der Drei-Flüsse-Stadt eingeräumt. Kaufleute, die auf den damals stark befahrenen Wasserstraßen Werra, Fulda und Weser unterwegs waren, mussten ihre Ware drei Tage lang in der Stadt zum Kauf anbieten.

Nicht alle Fürsten hätten damals die Weisheit gehabt, so Landsberg, die Kompetenzen der Bürger vor Ort zu nutzen. Der Adel habe den Städten vielmehr die Macht streitig gemacht. Zur Wahrung kommunaler Interessen seien damals Städtebünde wie die Hanse entstanden, der auch Hann. Münden angehörte. Die „Pfeffersäcke“ hätten mit eigenen Heeren den „Junkern“ zunächst erfolgreich Paroli geboten.

„Was verteilt wird, muss aber erst mal erwirtschaftet werden“

Landsberg warb für mehr Eigenverantwortung der Bürger. Die durch die Wirtschafts- und Finanzkrisen verunsicherten Menschen richteten ihre Erwartungen verstärkt auf „Vater Staat“, der alles richten solle. Das gehe auf Kosten der Freiheit und sei das „Gegenteil von Demokratie“, so der Verbandsvertreter. Die Bürger sollten Verantwortung übernehmen und sich für das Gemeinwesen einsetzen.

Deutschland, so Landsberg, habe kein Problem mit sozialer Gerechtigkeit. 50 Prozent der Bundeshaushalts würden für solche Zwecke verwandt. „Was verteilt wird, muss aber erst mal erwirtschaftet werden“, mahnte der Hauptgeschäftsführer.

Vor der Rede schwang Landsberg beim Fassbieranstich den Hammer. Der Vorstandssprecher des Einbecker Brauhauses, Lothar Gauß, assistierte. Nach der Rede gab es Schweinebraten mit Sauerkraut. Später am Abend spielte die Band Hexaphonics.  

Der Erlös der Veranstaltung, die 1983 zur 800-Jahr-Feier der Stadt von der Werbegemeinschaft und der Sparkasse Münden initiiert worden ist, kommt  Flüchtlingsfamilien in der Stadt zugute.

Von Michael Caspar

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