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Deutschstunde in Göttingen

Ein multikultureller Klönschnack zur Integration Deutschstunde in Göttingen

Das Büro für Integration und die Stadtbibliothek Göttingen richten gemeinsam fast täglich einen Gesprächskreis für Nicht-Muttersprachler aus. Die „Deutschstunde“ ist eine offene Runde und wird von Moderatoren begleitet.

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Das Büro für Integration und die Stadtbibliothek Göttingen richten gemeinsam fast täglich einen Gesprächskreis für Nicht-Muttersprachler aus.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Wie bei einem Klönschnack, entscheiden die Teilnehmer die Themen selbst“, berichtet Brigitte Krompholz-Roehl, Leiterin der Stadtbibliothek.

Die Gesprächsrunde ist international und ihre Teilnehmer kommen aus dem Iran, Amerika, Belgien, China, Russland, Japan, Afghanistan und Spanien.

Auch wenn gelegentlich eine Vokabel fehlt, berichten alle ungehemmt, wie ihre Woche verlief. Mit viel Geschick greift Moderatorin Almut Sundemann-Gehrt einzelne Aspekte der Gespräche auf und hält die Diskussion im Fluss. Eine ähnliche Veranstaltung hatte Krompholz-Roehl, in Hamburg gesehen und wollte dies auch für Göttingen initiieren.

Im Büro für Integration fand sie einen Partner. Das Projekt in Göttingen werde rein ehrenamtlich gestemmt: „Die Moderatoren sind zum Teil pensionierte Lehrer“, sagt Renate Kornhardt, Referatsleiterin des Büros für Integration.

Die Gruppe spricht über besondere Getränke aus der Heimat, Mietrecht, aber auch über persönliche Probleme. Sprachbarrieren werden überwunden. „Keiner wird hier korrigiert“, betont Sundemann-Gerth, denn jeder solle ungestört reden dürfen. Zudem seien die Gruppen nicht größer als zehn Teilnehmer.

Die Gesprächsrunde gehe auf das Integrationskonzept der Stadt zurück, erklärt Kornhardt. Wie können Zuwanderer ihre Sprachkenntnisse anwenden und wie kann dies niederschwellig umgesetzt werden? Das waren Kernfragen, bevor die erste Deutschstunde 2011 begann, erläutert Kornhardt weiter.

Stephanie Corbeel kam vor drei Jahren aus Brüssel. Da sie viel zwischen beiden Ländern pendelte, konnte sie keinen Sprachkurs kontinuierlich besuchen. Daher war für sie die Deutschstunde eine gute Möglichkeit ihre Kenntnisse zu trainieren. Mittlerweile komme sie nur noch, weil sie die Gruppe mag: „Ich habe jetzt die Möglichkeit den Anderen zu helfen“, sagt die europäische Beamtin.

Für Anastasia Prigozhina aus Smolensk war der Einstieg schwierig, da sie kaum etwas verstehen konnte. Doch mittlerweile ist die junge Frau Praktikantin beim Büro für Integration. Erste Kontakte zu knüpfen, ist für die Russin ein wichtiger Aspekt der Treffen: „Alle kommen aus unterschiedlichen Kulturen, haben aber ähnliche Probleme und Wünsche.“

Die Deutschstunde sucht für ihr Moderatoren-Team noch Verstärkung: Interessierte können sich beim Büro für Integration unter Telefon 0551/4002782 melden. Weitere Termine der Deutschstunde finden sich im Internet unter stadtbibliothek-goettingen.de oder goettingen.de/integration.

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