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Dickes Lob für Polizeiarbeit

Nach Raub Haftstrafe und Entziehungsanstalt für Täter Dickes Lob für Polizeiarbeit

Wegen Raubes ist ein vielfach vorbestrafter Drogenabhängiger zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der 26-Jährige hatte nach einer Zugfahrt einen Mitreisenden auf der Bahnhofstreppe überfallen und ihm das Handy sowie eine Gürteltasche geraubt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Kammer habe es leicht gehabt, sagte Richter Burkhard Klemke in der Urteilsbegründung, weil der Fall "außerordentlich gut ermittelt" worden sei. Es habe DNA-Spuren, Videaufzeichnungen aus dem Cantus-Zug und vom Bahnsteig sowie eine Öffentlichkeitsfahndung gegeben.

An einem Plastikteil, das von der Tatwaffe, einer Spielzeugpistole, abgefallen war, habe sich nicht nur DNA des Opfers, sondern auch die des Täters gefunden. Der elffach und auch einschlägig vorbelastete Drogenabhängige war zudem geständig. Seine Verurteilung ließ er sofort rechtskräftig werden, weil das Gericht auch eine Unterbringung in die Entziehungsanstalt verhängte und er bald eine Therapie beginnen kann. Das sei, so Klemke, seine einzige Chance, seinem Leben eine andere Richtung zu geben. "Denn was bisher geschehen ist, war Vollgas in Richtung Abgrund."

Der Angeklagte und ein Bekannter hatten am 30. Oktober 2014 einen Mitreisenden angesprochen. In Göttingen angekommen, wollte er ihm etwas zeigen. Als sich das Opfer über den geöffneten Rucksack des Angeklagten beugte, habe dieser ihn am Kragen gepackt, ihm eine Pistole gegen die Schläfe gedrückt und ihn schließlich herumgerissen. Dabei sprang ein Plastikteil der Waffe ab. Das stellte sich später als Teil einer Spielzeugpistole heraus. Es blieb am Tatort zurück.

Auch wenn es eine Scheinwaffe war, musste die Tat als Raub mit Waffe gelten. Strafmilderung gebe es nur, weil der Täter unter Drogeneinfluss stand. Aktuell verbüßt er eine Gefängnisstrafe des Amtsgerichs Weimar ab. Danach muss er infolge des Urteils vom Montag in die Entziehungsanstalt. Die Haftstrafe sei auch deshalb so hoch ausgefallen - der Verteidiger hatte nur auf zwei Jahre plädiert -, weil damit während der Therapie "ein Damoklesschwert weiter über Ihnen hängt."

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