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Gaffer behindern zunehmend Rettungskräfte

Feuerwehrsprecher: Der Katastrophentourismus nimmt zu Gaffer behindern zunehmend Rettungskräfte

Modernes Gerät ist bei der Feuerwehr und allen Rettungskräften selbstverständlich. An Unfallstellen und bei Bränden sind aber schnell Menschen vor Ort, die mit dem Handy fotografieren oder einen Film drehen – auch in Göttingen verzeichnet die Berufsfeuerwehr einen Anstieg des Katastrophentourismus.

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Die Feuerwehr Münden mit einem Appell an die Bevölkerung

Quelle: Astrid Burkhardt

Göttingen. „Es sind deutlich mehr Personen, die zu einem Unfall oder Brand kommen. Und es wird sofort gefilmt und fotografiert“, sagt der Leiter der Feuerwache am Klinikum und Sprecher der Berufsfeuerwehr Göttingen, Frank Gloth. Das mache die Arbeit der Rettungskräfte nicht einfacher.

Bei einem Brand in der Göttinger City, ein Löschzug war im Einsatz, sei eine Person mit Handy immer zwischen den Einsatzfahrzeugen herumgelaufen und habe gefilmt, sagt Gloth, der auch für die Werkfeuerwehr der Universität verantwortlich ist. „Wir konnten ihn nicht davon überzeugen, sich zu entfernen. So mussten wir die Amtshilfe der Polizei in Anspruch nehmen.“ Gloth appelliert: „Wenn Rettungskräfte im Einsatz sind, gehen Sie immer aus dem Gefahrenbereich. Denn die Einsatzkräfte tragen nicht ohne Grund ihre Schutzkleidung.“

Er führt ein weiteres Beispiel für unverständliches Verhalten an, das leider stark zunehme, so Gloth. In der einspurigen Langen Geismarstraße war ein Radfahrer bei einem Unfall schwer verletzt worden, der Rettungswagen stand mit Blaulicht auf der Fahrbahn.  Der verletzte  Radfahrer wurde dort erstversorgt, berichtet Gloth. „Von hinten kam ein Auto, und dessen Fahrer war der Meinung, dass der Rettungswagen die Straße unbedingt frei machen soll. Angesichts so eines Verhaltens, fehlen mir die Worte“, so der 52-Jährige. „Wenn ein Rettungswagen irgendwo mit Blaulicht steht, dann hat das immer seine Notwendigkeit. Wir mussten leider auch schon mehrfach erleben, wie Rettungswagen im Einsatz angehupt worden sind.“ Kopfschütteln über so viel Gedankenlosigkeit bei Gloth.

Und schaue man heute in Autos, die einen Unfall oder Brand passierten, sehe man in jedem zweiten Fahrzeug eine Handykamera, mit der gefilmt oder fotografiert wird, sagt Gloth. „Die Verletzten werden noch mal zu Opfern, weil sie gefilmt werden“, sagt der Feuerwehrsprecher und gibt zu bedenken, „dass das Filmen und Fotografieren für den Fahrer ebenso verboten ist, wie zu telefonieren.“ Dafür drohen 60 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg. 

Eine hessische Idee

Als freiwillige Feuerwehrleute aus Bad Hersfeld zu einem Unfall  gerufen wurden, ersetzten zwei Helfer die obligatorische Rettungsdecke, um die Geschädigten vor neugierigen Blicken zu bewahren, durch ein Plakat mit der Aufschrift: „Nicht gaffen! Mitglied werden!“ Ganz nebenbei wollen die Feuerwehrleute mit dieser Aktion auch ihre Nachwuchssorgen bekämpfen.

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