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Die Hebung des Fremdenverkehrs: 125 Jahre Göttingen Tourismus

Thema des Tages Die Hebung des Fremdenverkehrs: 125 Jahre Göttingen Tourismus

Seit 125 Jahren gibt es in Göttingen einen Verein, der sich für den Tourismus in der Stadt einsetzt.  Das Jubiläum wird mit vielen Veranstaltungen gefeiert – los geht es im April.

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Marketing aus den 70er-Jahren: Diese Göttinger Sieben  gingen als „Fremdenverkehr-Hostessen“  im Jahr 1977  für die Stadt werben.

Quelle: Schmidt

Göttingen. Am 16. April 1890 war im Göttinger Tageblatt davon zu lesen, dass ein „Comité“ für den 22. April in das Rathaus lud. Und zwar „zur Gründung eines Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs in Göttingen“.  Und so kam es. Heute heißt der Verein Göttingen Tourismus und feiert 125-jähriges Bestehen.

Von den Zeiten, als leicht schwindsüchtige Damen in die Sommerfrische reisten, ist heute eher wenig übrig. Statt um die  Hebung des Fremdenverkehrs geht es um modernes Marketing, Onlineangebote und Verkaufsförderung. „Heute liegen unsere Schwerpunkte auch auf der Organisation und Betreuung von Tagungen und Kongressen wie beispielsweise dem Historikertag im vergangen Jahr“, sagt Angelika Daamen, Geschäftsführerin des Vereins. Zimmerbuchung, Rahmenprogramm, online-Workshops oder die finanzielle Abwicklung der Veranstaltung mit 3000 Teilnehmern, das sei schon „ein enormer Aufwand“ gewesen.

Eine klassische Aufgabe des Tourismus-Vereins ist – und war – die Organisation von Stadttouren. 42 Führer sind für den Verein unterwegs. Nicht nur zu ganz verschiedenen Themen auch in mehr als zehn Sprachen  (darunter zwei chinesische Dialekte) werden Stadtführungen angeboten.

„80 Prozent der Übernachtungsgäste in Göttingen sind Geschäftsreisende, nur 20 Prozent kommen aus rein touristischem Interesse“, sagt Daamen. Früher, da hieß es einfach, dem Gast einen möglichst angenehmen Aufenthalt in Göttingen zu bereiten. „Damals galt es, die Nachfrage zu bedienen“, so die Geschäftsführerin. Heute sei die Konkurrenz um die Gäste unter den Städten groß, man müsse aktiv eine Nachfrage bei Besuchern generieren und ebenso aktives Marketing betrieben.

Der Tourismus-Verein mit Büro im Alten Rathaus wird von der Stadt finanziell unterstützt. „Seit 2001 ist unser Zuschuss allerdings nicht gestiegen“, sagt Daamen. Damals habe das Geld noch gereicht, um Personal und Sachkosten zu bezahlen. Die Anforderungen und die Arbeit seien heute ganz andere, der städtische Zuschuss reiche schon lange nicht mehr für das Personal aus.  „Wir müssen uns viel mehr bewegen“, sagt Daamen. Wo einst das Telefon reichte, müsse man heute alle Kanäle, von online über Briefe und Prospekte bis hin zur Bilder-DVD beherrschen. Und das klappt offenbar sehr erfolgreich: „Heute erwirtschaften wir etwa 50 Prozent  unseres Etats selbst“, sagt die Göttingerin.
Aus dem Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts der „Verein für Fremdenverkehr“. Dessen Arbeit wurde 1956 dann unter dem Namen „Verein für Fremdenverkehr Göttingen“ wieder neu aufgenommen. Seit 2003 trägt er den Namen Göttingen Tourismus. Einige der Mitglieder, die 1956 bei der Reaktivierung des Vereins mitwirkten, sind noch heute dabei. „Die Firma Bremer, die Firma Lünemann und Otto Manfred Hack sind bereits seit dieser Zeit dabei“, sagt Daamen.

Dennoch: schon der „Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs“  hatte es sich von Beginn an zur Aufgabe gemacht, Göttingen in „hiesigen und auswärtigen Zeitungen“ bekannt zu machen. Auch Plakate sollten angebracht werden.  Einige der Anliegen sind aber auch heute noch – mit Blick auf die Diskussion um ein Haus des Wissens – erstaunlich aktuell. Denn auch die universitären Sammlungen wurden schon in den Anfangszeiten erwähnt. Der Verein wollte „alles, was an Sehenswertem sich in Göttingen vorfindet, nach Kräften aufdecken“.  Und: „Der Verein hegt die Hoffnung, dass unserer Universitätsbehörde bereitwillig ihre Hand bieten werde, den Besuch der Institute und Sammlungen zu erleichtern“.

Geschäftsführein von Göttingen Tourismus: Angelika Daamen. CH

Quelle:

Doppelte Zahl an Führungen

 Ob Keller, Karzer oder Kneipen: Stadtführungen bietet  der Verein Göttingen Tourismus zu vielen Themen an. Die Rundgänge erfreuen sich wachsender Beliebtheit.  Im Jahr 2000, so Angelika Daamen, waren es   noch 1087 Stadtführungen. Bis heute hat sich die Zahl fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr machten sich mehr als 39 000 Teilnehmer auf Entdeckungstour in Göttingen –und das bei insgesamt  2 094 Stadtführungen. bib

Übernachtungen: Göttingen bei Gästen beliebt

Niedersachsen – und vor allem Göttingen – war im vergangenen Jahr bei Reisenden beliebt.  In den ersten elf Monaten des Jahres 2014 kamen insgesamt mit knapp 12,4 Millionen Menschen 2,1 Prozent mehr Gäste nach Niedersachsen, als im entsprechenden Vergleichszeitraum des Jahres 2013. Das teilt das Landesamt für Statistik mit.  Auch die Zahl der Übernachtungen legte um 1,3 Prozent  auf 38,5 Millionen zu.
In Göttingen entwickelten sich die Übernachtungszahlen noch deutlich besser als im Landesdurchschnitt. „Die genauen Übernachtungszahlen für 2014 liegen erst Ende Februar vor, aber die Tendenz ist deutlich positiv“, sagt Göttingens Tourismus-Chefin Angelika Daamen.  Und weiter: „Bis Ende November hatten wir ein Plus von 5,6 Prozent.“
Die Liste der Göttinger Übernachtungsgäste führte im Jahr 2013  übrigens die USA mit 5664 Besuchen an. Zweitgrößte Gruppe an Übernachtungsgästen sind die Dänen mit 5202 gefolgt von Schweizern mit 5113 Übernachtungen. Auf den Plätzen folgen Schweden (4282),  Großbritannien (3323),  Frankreich (3303), die Niederlande (3172)  und China (3133 Übernachtungen). bib

Göttingen-Film: Die Dreharbeiten sind abgeschlossen, Uraufführung ist im Mai. Heller

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Film, Führungen und Theater

Noch wird kräftig am Jubiläumsprogramm gearbeitet, einige Themen und Termine stehen aber bereits fest. Der Auftakt des Geburtstagsjahren wird genau am Gründungstag des ehemaligen Fremdenverkehrsvereins und am Gründungsort gefeiert: Am 22. April im Alten Rathaus. Dort soll unter anderem die neue Chronik des Vereins Göttingen Tourismus, die derzeit von einer Historikerin erstellt wird, vorgestellt werden. Ebenfalls im April soll es eine Plakatausstellung geben.
Tourismusfachleute aus rund 60 Städten sind aus Anlass des Jubiläums ebenfalls in Göttingen zu Gast.  Die Tourismus-Konferenz des Deutsche Städte´tages wird erstmals in Göttingen ausgerichtet. Der neue Göttingen-Film, der gerade erstellt wird, soll im Mai uraufgeführt werden.

Ein Tag des offenen Hotels, an dem sich Göttinger Unterkünfte den Gästen präsentieren, ist für den Juli geplant. „Voraussichtlich am letzten Sonntag vor dem Beginn der Sommerferien“, sagt Geschäftsführerin Angelika Daamen.  Im September wird dann ein Theaterstück, eine Art Göttingen Revue, uraufgeführt. Die Göttinger Theatermacher „Stille Hunde“ werden es in der Johanniskirche präsentieren. „Wir arbeiten gerade daran. Es wird Musik und Geschichtliches dabei sein“, verrät Christoph Huber von den „Stillen Hunden“.

Im Oktober/November plant Daamen erneut ein großes Stadtführungsfestival. Unter dem Motto „Blick hinter die Kulissen werden Touren in Betriebe oder Institutionen angeboten, die den meisten Bürgern sonst verschlossen bleiben. Wer schon immer mal in die JVA oder hinter die Bühne vom Deutschen Theater schauen möchte, sollte sich die Termine rechtzeitig vormerken. „Wir wollen mehr als sonst und auch einige neue Führungen anbieten“, verrät Daamen. bib

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