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„Die Hitlerjungen spuckten auf uns“

Treffen nach 60 Jahren „Die Hitlerjungen spuckten auf uns“

In dem Zug, in dem Wiktorja Delimat nach Deutschland deportiert wurde, saß auch Bronislawa Burek. Nach mehr als 60 Jahren trafen sich beide zur Eröffnung der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit“ in der Lokhalle.

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„Geweint, allein schon wegen der Kälte“: Bronislawa Burek.

Quelle: Hinzmann

Beschäftigt war Burek unter anderem in der Zuckerfabrik Obernjesa. In ihren ersten Wochen allerdings nicht: Als sie im Oktober 1942 nach Obernjesa kam, waren die Rüben noch nicht geerntet. Eine Woche lang musste die 15-Jährige mit anderen polnischen Mädchen zur Knochenarbeit aufs Feld – barfuß. „Ich habe dauernd geweint, allein schon wegen der Kälte“, erinnert sich Burek. Später in der Zuckerfabrik musste sie in 18-Stunden-Schichten schuften: „Und wenn wir mal draußen waren, kam es vor, dass die Hitlerjungen auf uns gespuckt haben.“

Anders als Delimat blieb Burek nach dem Untergang des Nazi-Regimes nicht in Deutschland. Sie lebt heute in England. Die Ausstellung sei unschätzbar wichtig, um die nächste Generation an das Schicksal der Zwangsarbeiter zu erinnern: „Viele junge Leute glauben heute einfach nicht mehr, dass so etwas tatsächlich geschehen ist.“

Die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ im Eingangsbereich der Lokhalle ist noch bis 14. Februar zu sehen (Montag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr).

hein

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Ausstellung in der Lokhalle

Heute wohnt Wiktorja Delimat ganz in der Nähe von Göttingen. Dass sie sich in Deutschland heute wohlfühlt, ist jedoch alles andere als selbstverständlich: Delimat ist eine ehemalige Zwangsarbeiterin, 1942 nach Südniedersachsen verschleppt.

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