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„Die Lage hat sich entspannt“

Flüchtlingsunterkunft IWF „Die Lage hat sich entspannt“

Bewohner und Betreiber der Bonveno-Wohnanlage am Nonnenstieg haben am Freitagabend das einjährige Bestehen der Flüchtlingsunterkunft gefeiert - mit Musik, Theater und gutem Essen. Das ehemalige Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) bietet derzeit 132 Menschen ein zu Hause.

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Bewohner und Betreiber der Bonveno-Wohnanlage am Nonnenstieg haben am Freitagabend das einjährige Bestehen der Flüchtlingsunterkunft gefeiert - mit Musik, Theater und gutem Essen. Das ehemalige Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) bietet derzeit 132 Menschen ein zu Hause.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Michael Bonder, Geschäftsführer von Bonveno, blickt auf ein Jahr „ohne große Probleme“ zurück. „Bevor die ersten Menschen hier eingezogen sind, gab es viele Befürchtungen, von denen ist nichts eingetreten“, resümierte er. Zwischenzeitlich lebten bis zu 230 Menschen in der für ursprünglich 150 Menschen ausgelegten Unterkunft. „Die Lage hat sich entspannt“, sagte Heimleiter Jawed Yazdani. Aber er fügte auch hinzu: „Man weiß nie, was in der Zukunft passiert.“

Das Gebäude am Nonnenstieg hat die Stadt noch bis 2018 gepachtet, mit Option auf zwei weitere Jahre. „Ob wir diese Option nutzen oder nutzen müssen, lässt sich noch nicht sagen“, sagte Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson. In den städtischen Unterkünfte werden derzeit 1465 Flüchtlinge betreut, davon etwa 80 Minderjährige.

Für das Fest am Nonnenstieg hatten die Bewohner eine kulinarische Reise durch die 15 Länder, aus denen sie kommen, vorbereitet. Teigwaren, Salate, Suppen und vieles mehr wurden aufgetischt. Zudem gab es eine Theateraufführung, ein Kindertheater, eine Ausstellung vom Kunst-Verein und eine Foto-Ausstellung von Arash Zandieh. Der Fotograf hatte im Vorfeld Porträtbilder von den Geflüchteten gemacht und diese um kleine Tafeln ergänzt, auf denen die persönliche Geschichte der Menschen nachzulesen ist. „Ich wollte sie damit motivieren, ihnen Anerkennung schenken und sie aus der Anonymität holen“, erklärte Zandieh.

Die Gewaltschutzbeauftragte Conny Hiller freute sich unterdessen über die „tolle Stimmung im Haus“. Sie hofft für die Bewohner, dass sie „durch das Tal der Verunsicherung durchkommen“. Und Heimleiter Yazdani ergänzte: „Ich sehe ein Lächeln in den Gesichtern - das wünscht man sich.“

von Yannick Höppner

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