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„Die Leute müssen Deutsch lernen“

Gut besuchter Info-Abend zur geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Europaallee „Die Leute müssen Deutsch lernen“

Nach einem zeitweise angespannten Verlauf ist am Montag der Informationsabend zur geplanten Flüchtlingsunterkunft am Holtenser Berg vergleichsweise sachlich zu Ende gegangen. Mehrere Bürger kündigten zudem ihre Bereitschaft an, die Flüchtlinge unterstützend zu begleiten.

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Etwa 450 Interessierte nahmen an der Info-Veranstaltung teil. 

Quelle: Wenzel

Göttingen. Im Vorfeld des Info-Abends hatte es teils heftige Kritik am Verhalten der Stadt gegeben – unter anderem wegen angeblicher umfangreicher Baumfällungen und verzögerter Information der Bewohner des Wohngebiets. Das spielte auch am Montagabend eine Rolle: Die Pläne seien den Anwohnern erst vorgestellt worden, nachdem sie fix und fertig ausgearbeitet worden seien, lautete der Vorwurf mehrerer Besucher. Einen Dialog habe es im Vorfeld nicht gegeben.

Zu Beginn erläuterte die Stadtverwaltung vor etwa 450 Besuchern im total überfüllten Foyer der Hagenberg-Schule das Vorhaben im Dreieck Europaallee-Autobahnzubringer-Holtenser Landstraße. Geplant ist dort eine U-förmige Wohnanlage mit etwa 50 Wohnungen für etwa 300 Menschen. Die seien planerisch und baurechtlich so angelegt, dass sie später als normale Wohnungen genutzt werden können. 
Zwischendurch gab es einige lautstarke Einwände eines Bürgers, der nur mit Mühe dazu gebracht werden konnte, seine Fragen in der dafür vorgesehenen Schlussrunde vorzutragen.

 Unter anderem kritisierte er, dass die Stadt den Wohnungsbau lange Zeit vernachlässigt habe, was die Probleme nun verschärfe. Dies räumte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) später auch ein. Er als früherer Chef der Göttinger Wohnungsbau habe zwar die Politik darauf hingewiesen, diese aber habe die Warnungen ignoriert. Zurzeit wisse die Stadtverwaltung nicht, wie und wo sie im Verlauf dieses Jahres die vielen Flüchtlinge unterbringen solle.

Andere Fragen betrafen Maßnahmen zur Integration. Köhler erklärte, die Stadt arbeite intensiv mit mehreren Göttinger Unternehmen zusammen, um beispielsweise Lehrstellen bereitzuhalten. Zentral aber sei, „die Leute müssen Deutsch lernen.“ Sorgen von Bürgern gab es auch beim Thema Schulbesuch: Die Hagenberg-Schule dürfe nicht mit Schülern überlastet werden, die kein Deutsch sprächen. Hier versicherte Köhler, dass die Flüchtlingskinder auch auf andere Schulen verteilt würden.

Zudem berichtete ein Sozialarbeiter aus der Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen über seine Erfahrungen. Große Probleme gebe es dort nicht, auch wenn nicht jeder der Geflüchteten ein netter Mensch sei. Erfreulich sei, dass sich viele Anwohner zur Unterstützung bereiterklärt hätten. 

Das taten gegen Ende des Abends auch mehrere Besucher. Weitere Infos dazu: fluechtlingshilfe-goettingen.de.

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