Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
„Die genialste Erfindung der Menschheit"

200 Teilnehmer bei Kinder-Uni Göttingen „Die genialste Erfindung der Menschheit"

„Die genialste Erfindung der Menschheit und die erste Großstadt der Welt“: So lautete am Mittwochnachmittag das Thema der Göttinger Kinder-Uni. Rund 200 junge Studenten waren der Einladung des Initiators und Leiters der Göttinger Kinder-Uni, Peter Brammer, gefolgt.

Voriger Artikel
Anschlussstelle Göttingen voll gesperrt
Nächster Artikel
Fünf Garagen aufgebrochen

Peter Brammer während der Göttinger Kinder-Uni.

Quelle: R

Göttingen. Gebannt lauschten die jungen Forscher dem Vortrag der Direktorin des Altorientalischen Seminars, Prof. Annette Zgoll. Sie sprach zum Thema „Die genialste Erfindung der Menschheit und die erste Großstadt der Welt“, wie die Veranstalter mitteilten.

Die Kinder stimmten demnach schnell mit der Professorin überein, dass nicht etwa das Auto oder Handy die genialste Erfindung des Menschen sei, sondern die Schrift. Diese entstand vor etwa 5.500 Jahren im antiken Mesopotamien, als die Sumerer begannen, ihre Sprache mittels Keilschriftzeichen auf Tontafeln festzuhalten - eine Technik, die sich als die bislang nachhaltigste für die Speicherung von Schrift erwiesen hat.

Zgoll und ihr Mitarbeiter Jan Steyer nahmen die Kinder in ihrem knapp einstündigen Vortrag auf eine Zeitreise in das ferne Mesopotamien des Jahres 3.500 v. Chr. mit. In einem virtuellen Rundgang führte sie die jungen Teilnehmer durch die sumerische Stadt Uruk, die nicht nur die Stadt der Schrifterfinder, sondern mit ihren rund 30.000 Einwohnern in der damaligen Zeit auch eine wahre Megacity war.

Die Begeisterung der Professorin für die andauernden spannenden Entdeckungen in ihrem Fach ergriff auch die jungen Zuhörer, als sie die geheimnisvollen Keilschriftzeichen entziffern durften, heißt es in einer Mitteilung. Anschließend konnten sich die Kinder selbst als sumerische Schreiber versuchen und ihre ersten Keilschriftzeichen schreiben.

Die Altorientalistin hatte zum Abschluss noch einen Überraschungsgast, nämlich einen echten König, mitgebracht: eine Replik der Originalstatue des Herrschers Gudea, der im 21. Jh. v. Chr. gelebt hat. Zu seiner Begrüßung wurde es mucksmäuschenstill im großen Hörsaal, und alle lauschten der Weisheit, die dieser „Berufene“ (das bedeutet sein Name) geprägt hat und welche die Kinder dann auf einer Urkunde mit auf ihren Weg bekamen: „Wer Großes weiß, wird auch Großes bewegen“. r

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis