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Diebe stehlen Forschungskameras von Wildtierbrücke bei Göttingen

4000 Euro Schaden Diebe stehlen Forschungskameras von Wildtierbrücke bei Göttingen

Ein bisher unbekannter Dieb hat von einer Brücke für Tiere bei Göttingen alle zwölf Spezialkameras gestohlen. Die sogenannten Fotofallen mit Bewegungsmelder und Infrarotlicht sollen für Forschungszwecke größere Wildtiere erfassen, die die 2,6 Millionen teure und für Menschen eigentlich verbotene Grünbrücke überqueren. Der materielle Schaden beträgt auch nach Angaben der Polizei etwa 4000 Euro.

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An einer Wildtierbrücke bei Göttingen hat ein Unbekannter zwölf Spezialkameras gestohlen.

Quelle: Hinzmann

Moringen/Waake. Die Kameras waren in speziellen Schutzkästen aus Metall eingeschlossen und fest an Masten, Brückenwänden und Bäumen verschraubt. Ende Mai waren zunächst neun Kästen verschwunden, ein paar Tage später drei weitere. „Der Dieb muss sie gezielt mit einem guten Werkzeug abgekniffen haben“, sagt Professor Wolfgang Rohe, Biologe an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen. Er betreut das Monitoring, mit dem die Tiere und Insekten auf der Brücke über die Bundesstraße 27 zwischen Roringen und Waake  gezählt werden. Das sei „einfach schade und ärgerlich“ weil die Kameras nicht versichert waren und die Untersuchung jetzt unterbrochen ist. „Wir wollen doch wissen, was alles über diese teure Brücke läuft, kriecht und fliegt.“

 

Bisher hatten die Kameras allerdings mehr Mountainbiker als Tiere erfasst. Die Jahresbilanz für 2014: 132 Rehe, 26 Wildschweine, zehn Hasen, fünf Füchse, fünf Waschbären, zwei Steinmarder, eine Wildkatze und jeweils ein Eichhörnchen und Dachs – zusammen 192 Tiere. Zu dem Zeitpunkt gab es an der B27 aber noch keine Leitzäune, die die Tiere aus dem Wald wie eine Art Trichter zu der 50 Meter breiten und bewachsenen Überquerung der Bundesstraße führen. Sie sind inzwischen aufgestellt. Neben den Tieren seien außerdem mehr als 100 Schmetterlingsarten und mehr als zwölf Fledermausarten registriert worden, ergänzt Rohe.

 

Die von vielen als Wildkatzenbrücke bezeichnete Überführung war heftig umstritten. Gebaut wurde sie mit Blick auf häufige Wildunfälle in diesem Bereich – auch mit sehr seltenen, scheuen und vom Aussterben bedrohten Wildkatzen.

 

Rohe hofft, dass der Dieb die Kameras schnell irgendwie zurückschickt. Zugleich bittet die Polizei um Hinweise auf den Täter oder auffällige Verkaufsversuche mit den Kameras unter Telefon 0551/20971191 und 0551/4912115.

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