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Diese Zuschüsse leistet sich die Stadt

Freiwillige Leistungen fließen in Kultur, Soziales und Umwelt Diese Zuschüsse leistet sich die Stadt

Wofür gibt die Stadt Göttingen freiwillig Geld aus? Dieser Frage ist das Tageblatt in einer lockeren Folge nachgegangen. Hier nun eine letzte Zusammenstellung von Beispielen, welche Zuschüsse sie sich leistet.

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Die Schuldnerberatungsstelle wurde mit 98.316 Euro unterstützt.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Mit dem Entschuldungshilfepakt, den die Stadt Göttingen hat mit dem Land Niedersachsen geschlossen hat, verpflichtete sie sich, die Neuverschuldung bis zum Jahr 2020 zu begrenzen. Das bedeutet, dass sie ihre freiwilligen Ausgaben genau prüfen muss. Das tut sie. Die Kommunalpolitiker und die Verwaltung entscheiden dabei bewusst, welche Institutionen, Vereine oder Bereiche sie trotz knapper Kassen finanziell unterstützen möchten.

Manchmal handelt es sich dabei um vertraglich festgelegte Beträge, denn einige Empfänger müssen ihrerseits kalkulieren, zum Beispiel welche Künstler sie für ein Festival engagieren können. Oder aber ein Verein, Verband oder eine Institution beantragt für ganz spezielle, einmalige Projekte einen Zuschuss. Manche Empfänger von städtischen Fördermitteln haben zwar auch eigene Einnahmen, etwa durch Kursgebühren, Eintrittsgelder oder Mitgliedsbeiträge. Dennoch sind sie auf die Gelder angewiesen, weil sie sonst ihr Angebot oder ihre personelle Ausstattung nicht aufrecht halten könnten.

Finanzielle Förderungen gibt es zum Beispiel im Bereich Kultur. Rockbüro, Knabenchor oder zum Beispiel Literarisches Zentrum werden aus dem Stadtsäckel unterstützt. Auch im Bereich Umwelt fördert die Stadt Initiativen und Projekte. Und schließlich gibt es Gelder für den sozialen Bereich. Hier seien beispielhaft die Straßensozialarbeit, die Drogensubstitution und die Schuldnerberatung genannt. Auch die Förderung der Jugendarbeit lässt sich die Stadt einiges kosten. So unterstützt sie zum Beispiel Ferienangebote und Freizeiten.

Wofür die Stadt Göttingen Geld ausgibt und welche Einnahmen sie hat, darüber gibt die jeweilige Haushaltssatzung Auskunft - ein von Laien kaum durchschaubares Zahlenwerk. Dabei ist zum Beispiel interessant, dass jeder Göttinger Einwohner im Jahr 2015 Schulden in Höhe von 1252 Euro hatte - zumindest theoretisch. Denn die Pro-Kopf-Verschuldung wird auf Basis sämtlicher Einnahmen und Ausgaben, die im Haushalt zusammengefasst sind, berechnet. Eine ganze Reihe von Ausgaben hat die Stadt nicht selbst in der Hand. Das snd die sogenannten Pflichtaufgaben, wozu beispielsweise die Unterhaltung der öffentlichen Gebäude zählt.

Bei Ausgaben, die für eine Kommune nicht zwingend sind, spricht man von freiwilligen Leistungen. Einige Beispiele dafür hat das Tageblatt dargestellt.

Artothek:

Bücher kann man in Göttingen ausleihen, Kunstwerke ebenso. Die Artothek des Kunstvereins ist 1988 gegründet worden. Der Bestand der Exponate, die man sich leihweise in sein Büro oder seine Wohnung hängen kann, ist durch Schenkungen und Leihgaben auf etwa 550 Werke angewachsen. Artothek und der 1968 gegründete Kunstverein Göttingen wurden 2015 mit 21 800 Euro aus dem Stadtsäckel bedacht.

Rockbüro

Der Verein Out-O-Space Rockbüro Göttingen bezweckt eigenen Angaben zufolge seit dem Jahr 1993 „die Förderung sinnvoller Freizeitgestaltung auf musikalischem Gebiet (...) sowie die Förderung  von Kunst und Kultur durch Förderung von Musikern“. Das Rockbüro bekommt einen jährlichen Zuschuss von der Stadt. 2015 waren das 25 500 Euro. Diese Mittel würden unmittelbar in die Förderung der Rock- und Pop-Kulturszene fließen.

Ausländische Mitbürger:

15 000 Euro an Zuschüssen wurden 2015 für kulturelle Aktivitäten der ausländischen Mitbürger gezahlt, das Stadtteilzentrum Leineberg erhielt für seine Arbeit im selben Jahr ebenfalls 15 000 Euro. Ferner wurde der Göttinger Verein für Mediation (Täter-Opfer-Ausgleich) 2015 mit einer Summe von 16 700 Euro unterstützt.

Kreissportbund Götingen

Der Kreissportbund Göttingen wurde von der Stadt Göttingen 2015 bei der Förderung von Freizeiten der Jugendverbände – darunter auch das Zeltlager auf der Stolle – mit 8339 Euro unterstützt. Unter anderem für die Jugendfreizeiten erhielten außerdem die Sportjugend Göttingen (7923 Euro), die Evangelische Jugend Göttingen (12 501 Euro), der CVJM (4256 Euro), die DLRG-Jugend (3501 Euro), die Katholische Jugend (3541 Euro) und die Evangelisch-Reformierte Gemeinde (2985 Euro) Zuschüsse.

Göttinger Knabenchor:

Seit 1962 ist der Göttinger Knabenchor fester Bestandteil der örtlichen Musiklandschaft. Die Sänger begeisterten aber auch auf Konzertreisen im In- und Ausland ihre Zuhörer, heißt es in der Selbstdarstellung des Chors, der vom Verein Göttinger Knabenchor getragen wird. Eine Struktur-Förderung erhält der Chor vom Landschaftsverband, private Sponsoren unterstützen die Sänger ebenfalls. Und  von der Stadt Göttingen gab es 2015 eine institutionelle Förderung in Höhe von 14 056 Euro.

Literarisches Zentrum

„Literatur macht Schule“, der „Göttinger Literaturherbst“ oder das 2015 zusammen mit Studierenden organisierte „Poetree Lyrifestival Göttingen“ im Cheltenhampark sind Beispiele für die Aktivitäten des Literarischen Zentrums Göttingen. Der gleichnamige Verein wurde 2000 unter anderem gegründet, um „die beachtlichen literarischen Kräfte der Stadt zu bündeln“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Der  Zuschuss der Stadt Göttingen belief sich 2015 auf 43 600 Euro.

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