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Diskussion über Ehrenamtliche bei Göttinger Flüchtlingsbetreuung

„Dann ist man schnell überfordert“ Diskussion über Ehrenamtliche bei Göttinger Flüchtlingsbetreuung

Sachlich und informativ: Das war die von der „Initiative Willkommen Flüchtlinge (IWF) am Klausberg“ und weiteren Unterstützergruppen organisierte Diskussion, die am Dienstagabend vor mehr als 100 Zuhörern im Collegium Albertinum  ausgerichtet wurde. Eins wurde schnell klar: Viele Menschen wollen helfen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Das sah auch Sebastian Rose vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat in seinem einführenden Referat so: „Die gesellschaftliche Stimmung in Niedersachsen gegenüber Flüchtlingen ist positiv, und politisch hat durch die Wahl der neuen Landesregierung ein Paradigmenwechsel stattgefunden.“ Rose warnte allerdings davor, sich als Freiwilliger zu viele und zu schwierige Aufgaben aufzubürden: „Dann ist man unter Umständen schnell überfordert.“

 
Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), Michael Bonder (Awo) und Birgit Sacher vom Integrationsrat diskutierten anschließend über die Rolle von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit und lieferten dabei eine ganze Reihe von weitergehenden Informationen. Was die Grundversorgung der Flüchtlinge angehe, halte die Stadt im Übrigen genügend Personal vor, um sie sicherzustellen, betonte Schlapeit-Beck. Dennoch spielten die Ehrenamtlichen eine ausgesprochen wichtige Rolle: „Während wir für das Notwendige sorgen, kümmern sie sich um die Dinge, die das Leben erst lebenswert machen.“ Sacher forderte in dem Zusammenhang die Stadt auf, Ehrenamtlichen die für ihre Arbeit notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und einen Etat zu schaffen, aus dem Initiativen Zuschüsse beantragen können.

 
Derzeit seien in Göttingen 700 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht, sagte Schlapeit-Beck. Angesichts von immer mehr Flüchtlingen sei der Bau von zusätzlichen Sozialwohnungen oberstes Gebot. Was das geplante Wohnheim auf den Zietenterrassen angehe, wo 180 Flüchtlinge untergebracht werden sollen, sei die Bewerbungsfrist für den Betrieb vergangene Woche abgelaufen. Bei der Entscheidung für einen Betreiber, die in den nächsten vier Wochen erfolgen soll, machten finanzielle Erwägungen nur 30 Prozent aus, die anderen 70 Prozent entfielen auf das vom Bewerber vorgelegte Konzept. Die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen IWF-Gebäude solle am 1. Oktober eröffnet werden und 150 Personen Platz bieten.

Von Hauke Rudolph

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