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Diskussion um Busverkehr in Groner Straße Göttingen

Geschäftsleute befürworten Busse, einige Anwohner nicht Diskussion um Busverkehr in Groner Straße Göttingen

In einem „Anlieger- und Bürger-Workshop“ hat die Stadtverwaltung ihre Pläne für die Sanierung der Groner Straße zwischen Zindelstraße und dem Weg am Leinekanal vorgestellt. Vorgesehen war auch, dass die Bürger eigene Vorschläge erarbeiten, doch stattdessen stritten sie sich um den Busverkehr.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Verwaltung und das von ihr beauftragte Planungsunternehmen hatten es sich so vorgestellt: Nachdem sie einen Überblick über das für 2016 geplante, knapp 2,85 Millionen Euro teure Sanierungsprojekt gegeben hatten, sollten die Bürger – von denen am Donnerstagabend rund 40 den Weg in den Ratssaal gefunden hatten – in drei Arbeitsgruppen mit Hilfe von großen, aufwendig gezeichneten Straßenplanungs-Entwürfen selbst kreativ werden. Doch dazu kam es nicht, weil ein Thema alle anderen überlagerte: der Busverkehr.

„Wir brauchen ihn unbedingt, und zwar in beide Richtungen“, betonten die meisten der anwesenden Geschäftsleute und City-Managerin Frederike Breyer. Unterstützung fanden sie bei Anne Engelmann von den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB): „Wir haben nach Einführung des neuen Liniennetzes eine ganze Reihe von Beschwerden in Zusammenhang mit der Groner Straße bekommen – unseres Wissens wollen die Menschen unbedingt, dass dort Buslinien durchführen.“ Wie ältere und behinderte Menschen ohne Busanbindung die Geschäfte in der Straße erreichen sollen, wollte eine Vertreterin des Behindertenbeirats wissen. Und Karen Hoffmann vom Fachdienst „Stadt und Verkehrsplanung“ sagte, dass das Innenstadtleitbild Busverkehr in der Groner Straße vorsehe – und dieses Leitbild habe die Stadt in Zusammenarbeit mit den Bürgern erarbeitet. 

Die Gegner des Busverkehrs sehen das anders. Die Busse verursachten Lärm, störten die Außengastronomie und stellten für Passanten beim Überqueren der Straße eine Gefahr dar. Das Argument, dass die Busanbindung für die Geschäfte lebensnotwendig sei, gelte nicht, so ein Bürger: „Eine Stadt wie Maastricht ist erst wieder aufgeblüht, nachdem die Innenstadt verkehrsberuhig wurde, und auch Karlsruhe plant die Verkehrsberuhigung.“ Was eine solche bewirke, könne man an der Weender Straße erkennen: Die sei erst 1A-Lage geworden, nachdem der Verkehr aus ihr verbannt wurde.

Man könne die Situation anderer Städte nicht auf Göttingen übertragen, lautete das Gegenargument, darüber hinaus habe es seit sehr langer Zeit keinen Unfall mit Personenschaden in der Groner Straße gegeben. Zu einer Annäherung beider Lager kam es im Laufe der Veranstaltung nicht.

Ein Bürger machte dann aber doch einen Kompromissvorschlag: Wie es denn wäre, wenn man den Busverkehr zwar beibehalte, die Fahrer aber zusätzlich schule und bei der Sanierung einen Belag verwende, der weniger Geräusche verursacht? Am 5. November wird das Thema im Bauausschuss des Rates besprochen, dann wird die Diskussion fortgesetzt.  

Von Hauke Rudolph

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