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Schon mehr als 17 000 Unterschriften

Region Schon mehr als 17 000 Unterschriften

Die Sorge um ein mögliches Verbot von Sonntagsflohmärkten treibt Veranstalter, Standbetreiber und Besucher gleichermaßen um. Mehr als 17 000 Unterschriften sind inzwischen bei einer Onlinepetition zusammengekommen – viele davon aus Südniedersachsen.

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Wird es auch 2018 noch Flohmärkte geben?

Quelle: Archiv

Duderstadt/Göttingen. Die Sorge um ein mögliches Verbot von Sonntagsflohmärkten treibt Veranstalter, Standbetreiber und Besucher gleichermaßen um. Mehr als 17 000 Unterschriften sind inzwischen bei einer Onlinepetition zusammengekommen – viele davon aus Südniedersachsen. Hintergrund für das drohende Aus der Märkte ist ein Gerichtsurteil, das diese auf Basis des niedersächsischen Feiertagsgesetzes an Sonn- und Feiertagen untersagt.

Bei allem Wettbewerb – einig sind sich die meisten Flohmarkt-Veranstalter nicht nur aus Südniedersachsen darin, dass es ohne Genehmigungen durch die Kommunen ab 2018 keine Flohmärkte mehr geben wird. Colin van Endert aus Bissendorf hat für die Interessengemeinschaft für den Erhalt von Sonntagsflohmärkten eine Online-Petition gestartet, die bis Dienstagnachmittag bereits mehr als 17 000 Menschen unterzeichnet haben. Auch auf den Märkten in Duderstadt und Göttingen lagen zuletzt Unterschriftenlisten aus. In den vergangenen zwei Wochen hätten „etwas über 1000 Leute“ unterschrieben, berichtete Oliver Günther, der die Flohmärkte an der Feilenfabrik in Duderstadt und am Göttinger „Kauf Park“ veranstaltet. Etwa 230 Menschen hinterließen außerdem am vergangenen Sonntag ihr Autogramm auf den Listen, die Marco Haberlandt beim Flohmarkt auf dem Real-Parkplatz in Weende ausliegen hatte.

„Dann kann man sonntags nur noch liegen bleiben“

Unterschrieben hat die Online-Petition zum Beispiel Petra Ballhausen. Die Duderstädterin sagte auf Nachfrage: „Ich liebe Flohmärkte und schaue gerne nach alten Sachen und kaufe auch gerne alte Dinge.“ Sie hoffe, dass es auch weiterhin Flohmärkte geben wird. „Man muss ja nicht alles wegwerfen“, argumentierte sie, „denn ein anderer kann es vielleicht noch brauchen.“ Und auf der Tageblatt-Facebook-Seite kommentierte ein Nutzer: „Ich würde auch noch die Cafés schließen. Dann kann man Sonntags nur noch liegen bleiben.“ In einem weiteren Beitrag wird die Frage gestellt: „Wann sollen Flohmärkte dann von Berufstätigen bestellt und besucht werden?“

Das Thema sorgt derzeit auch bei den Standbetreibern für Diskussionen. So zum Beispiel am Sonntag, 15. Oktober, als gleich mehrere private Händler die Wartezeit, bis der Platz für den Aufbau freigegeben wurde, hitzig über das drohende Verbot debattierten. „Wann soll ich denn dann meine Sachen loswerden“, sagte eine Frau, die auf dem Flohmarkt in Weende vorwiegend gebrauchte Kleidung verkaufen möchte. „Samstags muss ich arbeiten, da könnte ich gar nicht“, ergänzt sie. Ein anderer Standbetreiber ärgert sich: „Dann dürfte man auch keine verkaufsoffene Sonntage mehr machen.“ Veranstalter Haberlandt benötigte diesmal für seinen Rundgang von Stand zu Stand ein vielfaches der Zeit, als üblich. „Jeder spricht mich an und will wissen, wie es weitergeht“, sagte er. Viele Besucher hätten den Tageblatt-Artikel zum Thema gelesen und sich in die Unterschriftenlisten eingetragen.

Landesregierng soll „antiquiertes Gesetz“ ändern

Dass die notwendigen 18 000 Unterschriften aus Niedersachsen erreicht werden, davon sind Haberlandt und auch Günther überzeugt und hofft darauf, dass dann die neue Landesregierung zeitnah das „antiquierte Feiertagsgesetz“ ändert. Unterdessen gibt es seitens der Stadt Göttingen und aus Duderstadt offenbar noch keine klare Tendenz, ob sie die Märkte künftig genehmigen werden oder nicht. Es gebe noch keine „kategorische Ablehnung gewerblicher Flohmärkte“, versicherte auf Nachfrage am Dienstag Gerald Werner, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Finanzen, Wirtschaft und Bürgerservice der Stadt Duderstadt. Und Haberlandt berichtet, dass auch die Göttinger Stadtverwaltung noch keine Entscheidung gefällt habe.

Stadt Northeim verfolgt klare Linie: Keine Märkte am Sonntag

Eine klare Linie verfolgt hingegen die Stadt Northeim, was die Genehmigung von Sonntagsmärkten angeht. „Der Sonntag ist heilig“, teilte der Leiter der Bürgerdienste der Stadt, Uwe Ritter, mit. „Sobald es sich um einen gewerblichen Markt handelt, bei dem Eintritt und Standgebühr kassiert wird, lassen wir das nicht zu.“ Diese restriktive Linie verfolge Northeim schon jetzt, so Ritter, und halte sich damit an die gesetzlichen Regelungen. Sonntagsflohmärkte „würden wir nur im Zusammenhang mit einem verkaufsoffenen Sonntag ab 13 Uhr akzeptieren“.

Die Online-Petition läuft noch bis 6. November und ist zu finden unter gturl.de/flohmarktpetition.

Von Britta Eichner-Ramm

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