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Diskussion um Spielplatz in Innenstadt

Rat der Stadt Göttingen Diskussion um Spielplatz in Innenstadt

Mit einer neuen Idee haben die Piraten im Rat der Stadt Göttingen die seit Langem geführte Diskussion um einen Innenstadt-Spielplatz an der Pauliner Kirche in eine neue Richtung gelenkt. Ihr Vorschlag: ein Spielplatz auf einer Parkplatzfläche am Waageplatz. Andere Fraktionen haben Bedenken - besonders die Grünen.

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Dort, wo heute an der Reitstallstraße Autos parken, könnten sich die Göttinger Piraten auch einen Spielplatz vorstellen.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Seit vielen Jahren verhandelt die Stadt ergebnislos mit der Göttinger Universität um einen Parkplatz an der Pauliner Kirche. Er gehört der Uni, die Stadt würde dort gerne einen öffentlichen Spielplatz anlegen. Wenn es da einfach nicht weiter geht, müsse die Stadt Alternativen prüfen, forderte Martin Rieth während der Ratssitzung für die Piraten. Eine sehe er auf dem ausgewiesenen Parkplatz an der Reitstallstraße. Die Fläche gehöre der Stadt. Die etwa zehn wegfallenden Parkplätze würden mit Blick auf ein nahes Parkhaus kaum ins Gewicht fallen.

Michael Höfer (Grüne) wertete die Fläche „in absoluter Randlage“ allerdings als „eher suboptimal“ für einen Spielplatz. Zugleich referierte Höfer aus der langen Geschichte vieler Ratsanträge und Gespräche mit der Uni-Leitung über den Platz an der Pauliner Kirche – gepaart mit deutlicher Kritik: Dass die Universität den „nur von einigen Professoren“ genutzten Parkplatz nicht zur Verfügung stelle, sei eine „Missachtung des Votums einer Ratsmehrheit“. Jetzt über eine andere Fläche zu reden, sei dennoch ein falsches Signal. Es würde die nach wie vor geführten Verhandlungen mit der Uni erschweren.

„Dort gehört kein Spielplatz hin“, erklärte Sylvia Binkenstein auch für die SPD zum Piraten-Vorschlag. „Wir haben den Platz an der Pauliner Kirche ja auch noch nicht aufgegeben“, ergänzte Marcel Pache (CDU/FDP). Im Gegensatz zu den Grünen unterstützten beide Fraktionen mit der ALG aber abschließend den Antrag, die Spielplatz-Idee für den Waageplatz zumindest detailliert zu prüfen. us

Rat in Kürze

Lärmschutz am Autobahnzubringer, Stadtteilbüros in allen Göttinger Stadtteilen und eine Buslinie zum Kehr waren Themen während der jüngsten Sitzung des Rates der Stadt. Diese und weitere Entscheidungen in Kürze:

  • Die Verwaltung soll gemeinsam mit den städtischen Verkehrsbetrieben prüfen, ob und wie ein öffentlicher Bus oder ein ehrenamtlich gestützter Bürgerbus zum Naherholungsgebiet „Am Kehr“ im Stadtwald eingerichtet werden kann. Der SPD-Vorschlag wurde bei einer Enthaltung angenommen.
  • Die Verwaltung soll den Autolärm am Autobahnzubringer (B27) messen und bei hoher Belastung regelmäßig die Geschwindigkeit von Lastwagen kontrollieren (einstimmiger Beschluss). Mit diesem Antrag reagierte die CDU/FDP Gruppe auf Messungen im Frühjahr. Danach waren mehr als 90 Prozent der Lkw-Fahrer deutlich zu schnell unterwegs. Mehrfach hatten sich Anwohner vom Hagenberg und Holtenser Berg über den Lärm beklagt.
  • Der Rat der Stadt wird eine Petition der Diakonie in Deutschland für eine bessere finanzielle Ausstattung bedürftiger Schulkinder unterzeichnen. Der Regelsatz für den Schulbedarf (100 Euro) sei nicht ausreichend, erklärte die SPD zu ihrem einstimmig angenommenem Antrag.
  • Wie lassen sich die Lieferströme von Waren in die Göttinger Innenstadt ökologisch besser gestalten ? Welche Rolle können dabei Elektrofahrzeuge und ein zentrales Verteilungslager am Güterbahnhof spielen? Unter dem Titel „City-Logistik für Göttingen“ wollen die Grünen diese Fragen mit der Verwaltung und städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft klären. Ihren Antrag hat der Rat einstimmig an seinen Bauausschuss überwiesen.
  • Eine Debatte über regelmäßig besetzte Verwaltungsbüros auch in Stadtteilen ohne eigenen Ortsrat, schlagen die Piraten vor. Über ihre Idee für solche Stadtteilbüros soll nach einstimmigem Beschluss (bei einer Enthaltung) der Fachausschuss für allgemeine Angelegenheiten weiter beraten.
  • Zu Beginn der Bürgerfragestunde hat die Vorsitzende, Renate Bank, in kurzen bewegenden Worten an Bernd Kunze erinnert: Er habe Rat und Verwaltung über Jahrzehnte immer wieder wichtige Anregungen gegeben – „wir werden ihn vermissen“. In ähnlicher Form hatten die Vorsitzenden der Ratsausschüsse „Bürger Kunzes“ Engagement gewürdigt. Kunze war kürzlich im Alter von 65 Jahren gestorben. Jahrzehntelang hatte der von manchen als etwas kauzig beschriebene Göttinger in öffentlichen politischen Sitzungen immer wieder auf Missstände in der Stadt hingewiesen.
  • Die Stadt will ihre „Historische Altstadt Nord“ in bis 2024 weiter sanieren. Das Programm war ursprünglich nur bis 2016 terminiert. Inzwischen hätten sich weitere „erhebliche städtebauliche Missstände“ in einem zudem erweiterten Bereich gezeigt, erklärte die Verwaltung in der einstimmig angenommenen Beschlussvorlage. us
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