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Diskussion um die Außengestaltung des Neubaus am Groner Tor Göttingen

„Konstruktive“ Arbeit an der Fassade Diskussion um die Außengestaltung des Neubaus am Groner Tor Göttingen

Kaum sind erste Pläne und vorläufige Ansichten auf dem Tisch, hat der geplante Sparkassen- und Hotelkomplex am Groner Tor bereits seinen Spitznamen weg: „Bunker“. Vor allem an der Gestaltung der Fassade des bis zu sechs Stockwerke hohen Gebäudes entzündet sich die Diskussion.

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2014: überarbeitetes Konzept von Ahrens und Grabenhorst.

Quelle: EF

Göttingen. So üben auch die späteren Nutzer und die Nachbarin des neuen Gebäudes, das die EBR Projektentwicklung GmbH bauen will, Kritik an den Entwürfen des Architekturbüros Ahrens und Grabenhorst aus Hannover.

Die Sparkasse, die später den westlich gelegenen Teil des Gebäudekomplexes von der EBR kaufen und als Verwaltung nutzen will, habe „bereits zu Beginn Bedenken an der Außenfassade geäußert“, erklärte Vorstandssprecher Michael Rappe. Die Sparkasse setze sich für eine transparente Wettbewerbsüberarbeitung ein.

Im Gegensatz zu „rein wirtschaftlich orientierten Investoren“ habe die Sparkasse von Anfang an eine Lösung für das Gesamtquartier unterstützt und die Universität bei allen wesentlichen Gesprächen aktiv eingebunden.

Neue Fassadengestaltung soll her

Die Universität plant in der benachbarten Zoologie ein Haus des Wissens einzurichten, doch Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel ist alles andere als zufrieden mit den vorgelegten Entwürfen  des benachbarten Neubaus: „Mit der Sparkasse Göttingen und dem Gräflichen Landsitz Hardenberg sind wir uns einig, dass für die Außengestaltung der Gebäude eine bessere Möglichkeit gefunden werden sollte.“

Der Gräfliche Landsitz Hardenberg plant in dem vorderen Teil, ein Hotel zu eröffnen. Für ihn als künftigen Hotelbetreiber sei es wichtig, „eine positiv wirkende und einladende Fassade zu bieten“, sagte Carl Graf von Hardenberg gegenüber dem Tageblatt. „Wir sind auf einem guten Weg, in Zusammenarbeit mit der Sparkasse, der Verwaltung, EBR und der Universität ein schlüssiges Gesamtbild zu schaffen.“ Mit den Architekten werde derzeit an der Gestaltung der Fassade „konstruktiv“ gearbeitet.

Verwaltungssprecher Detlef Johannson betont, dass die Aufforderung, Alternativen zu erarbeiten, bereits im Rahmen der Verhandlungen zum Verkauf des Grundstücks erfolgt sei. „Das wird im Kaufvertrag aufgenommen und damit abgesichert“, sagte er. Zudem heiße es in der Verwaltungsvorlage, die am Freitag Thema der Ratssitzung ist:

„Zur abschließenden Beurteilung der äußeren Gestalt und Wirkung des Baukörpers wird das vom Investor beauftragte Architekturbüro verschiedene Varianten zur Fassadengestaltung hinsichtlich Materialität, Gliederung und Farbgebung erarbeiten. Die sollen in geeigneter Form präsentiert und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Wir nehmen das Konzept, das schon einmal für gut befunden wurde

Zurück geht der jetzt diskutierte Entwurf des Hannoveraner Architektenbüros auf ein Verfahren, das 2008 begonnen wurde, mit dem Ziel, auf dem Gelände ein Hotel zu bauen. Den Zuschlag erhielt damals das Konzept der Bauwo Grundstücks AG aus Hannover, die einen Entwurf von Ahrens und Grabenhorst vorlegten.

Bewertet wurden die eingegangenen Konzepte von einem Gremium. Mitglieder waren Stadtbaurat Thomas Dienberg, ein Vertreter des Referats für Stadtentwicklung, die Fachbereichsleiter Planung sowie für Gebäude und Immobilien, Stadt Göttingen, der Vorsitzende des Städtebaubeirats , der Geschäftsführer der IHK Göttingen und je ein Mitglied der Ratsfraktionen aus dem Bauausschuss als beratendes Mitglied.

In der abschließenden, entscheidenden nicht-öffentlichen Ratssitzung wurde der Entwurf mehrheitlich angenommen. Enthaltungen gab es in Reihen von FDP und Grünen. Die CDU stimmte dagegen. Sie übte damals Kritik an der Fassadengestaltung.

Dass er bei seinem Vorhaben heute auf den Ahrens und Grabenhorst-Entwurf zurückgreift, begründet EBR-Geschäftsführer Borzou Rafie-Elizei damit, dass der Entwurf damals bereits die Zustimmung vom Rat bekommen habe. „Die Idee war: Wir nehmen das Konzept, das schon einmal für gut befunden wurde.“

Rappe weist darauf hin, dass Bauausschuss und Rat damals Ahrens und Grabenhorst als Sieger prämiert hätten. Auf diese Entscheidung habe die Sparkasse keinerlei Einfluss nehmen können.

Beide Entwürfe im Vergleich

2009: Konzept von Ahrens und Grabenhorst
2009: Konzept von Ahrens und Grabenhorst
Quelle:
2014: überarbeitetes Konzept von Ahrens und Grabenhorst
2014: überarbeitetes Konzept von Ahrens und Grabenhorst
Quelle:
 

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