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Doping-Prozess in Göttingen: Suche nun auch nach Viagra

"Schatz, kannst du Wachsies besorgen?" Doping-Prozess in Göttingen: Suche nun auch nach Viagra

Am dritten Prozesstag gegen ein Paar, das mit Wachstumshormonen und Dopingpräparaten gehandelt haben soll, haben Aussagen zum Bestellsystem und Vergleiche der Dienstpläne die 25 Jahre alte Angeklagte schwer belastet.

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Viagra

Quelle: AP Photo

Göttingen. Die kaufmännisch-pharmazeutische Angestellte soll für bis zu 140 000 Euro Dopingmittel gestohlen haben. Durch eine Sachverständige wurde das Apotheken-Bestellsystem erläutert. Danach sei es jedem Mitarbeiter der Apotheke an zehn Computern möglich gewesen, die zwischen 50 und 500 Euro teuren Präparate beim Großhandel zu bestellen. Danach habe man die Bestellung intern löschen können, so dass sie nur noch beim Lieferanten vorlag, nicht aber beim Besteller. Wenn die Ware dann kam, konnte sie derjenige, der sie bestellt hat, einfach entnehmen und nicht ins System einscannen, so dass sie auch hier nicht dokumentiert wurde. Erst auf der Monatsrechnung wurde die Menge der gelieferten Arzneimittel inclusive gelöschter Bestellungen berechnet.

Der Vergleich mit den Dienstplänen ergab, dass einzig die Angeklagte bei allen Bestellungen und Lieferungen Dienst hatte. Bei ihr war zwar bei einer Hausdurchsuchung nichts gefunden worden, wohl aber im Auto ihres Lebensgefährten, der das Zeug verkauft haben soll. Auf einem von ihm bei den Eltern genutzten Computer fand die Polizei zudem ein Update seines ansonsten gelöschten Handys mit verräterischem Chatverkehr: „Schatz, kannst du Wachsies besorgen?“ Die Polizei soll nun auch weitere Bestellungen durchforsten, etwa gezielt nach Viagra, mit dem das Paar ebenfalls gehandelt haben soll.

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