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Doppelt so viele Pilz-Fälle wie üblich

Göttinger Giftzentrum Doppelt so viele Pilz-Fälle wie üblich

Riskante Mahlzeit: Die üppige Pilzsaison 2010 geht dem Ende zu. In diesem Jahr konnten Sammler in den Wäldern der Region besonders reiche Beute machen. Ob Steinpilze, Maronen oder Butterpilze: Speisepilze gab es in den vergangenen Wochen reichlich – wenn man sie denn kennt.

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Nicht alle Pilze sind genießbar: Exemplare aus dem Wald bei Dransfeld.

Quelle: bib

Reichlich zu tun hatte daher auch das Giftinformationszentrum Nord (Giz) in Göttingen. Denn: „Viele Pilze, das heißt auch viele Sammler und damit viele Fälle“, sagt Andreas Schaper, Mediziner im Giz. In normalen Pilzjahren bearbeiten die Gift-Spezialisten rund 300 Anfragen zum Thema Pilze. „In diesem Jahr waren es bislang rund 600“, so Schaper.

Fälle, das heißt nicht unbedingt, dass alle Patienten, die sich an das Giz wendeten, tatsächlich auch an einer Vergiftung litten. Aber „immer wenn Symptome auftreten, müssen die Leute zum Arzt gehen“, so der Experte. Unter den Fällen waren aber auch etliche schwere Vergiftungen.
Wie die Krankenkasse AOK jetzt bestätigte, ist die Zahl der Pilzvergiftungen in Niedersachsen in diesem Jahr drastisch angestiegen. Bis Anfang Oktober seien 39 Menschen nach dem Verzehr unverträglicher oder giftiger Pilze im Krankenhaus behandelt worden, so die AOK in Hannover. Im Vorjahr waren es nur 17 Fälle.

Die gefährlichste und eine der häufigsten Pilzvergiftungen ist die, die durch den Knollenblätterpilz hervorgerufen wird. Der Pilz, der auch in der Region Göttingen vorkommt, ähnelt dem Champignon. Schaper: „Das Gift des Knollenblätterpilzes wirkt besonders heftig, es kann die Leber zerstören.“ Auch Vergiftungen durch Nieren schädigende Pilze wie den orangefuchsigen Rauhkopf seien schon vorgekommen. Dieser Pilz kann mit Pfifferlingen verwechselt werden.

An einer Knollenblätterpilzvergiftung war im August in Braunschweig eine 69-jährige Frau gestorben. Die AOK warnt davor, ohne Fachkenntnisse Pilze zu sammeln und zu verzehren. Tipps im Notfall gibt das Göttinger Giftinformationszentrum. Bei Verdacht auf Pilzvergiftung ist das Giz rund um die Uhr unter Telefon 05 51 / 1 92 40 zu erreichen. Das Giz mit Sitz im Göttinger Uniklinikum ist für den norddeutschen Raum zuständig.

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