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Dramfeld: Giftumlagerung unter A38-Brücke beginnt am Sonnabend

„Froh, dass das Zeug wegkommt“ Dramfeld: Giftumlagerung unter A38-Brücke beginnt am Sonnabend

Der Abtransport des Giftmülls vom Gefahrgutunfall am 19. Dezember auf der A 7 steht kurz bevor. Am Sonnabend und am Sonntag werden die provisorischen Container unter der Brücke der A 38 bei Dramfeld geöffnet, der giftige Inhalt in sichere Transportbehälter umgelagert und auf Lastwagen verladen. Der eigentliche Abtransport zur Remondis-Verbrennungsanlage in Bramsche bei Osnabrück soll dann am Montag mit voraussichtlich zwei Lkw-Fahrten stattfinden. Gut 1400 Grad Verbrennungstemperatur sollen dem Gift dann den Garaus machen.

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Vorbereitung am Freitag: In diese Behälter soll das Gift in einem abgeschlossenen Zelt umgefüllt werden.

Quelle: Hinzmann

Dramfeld. Diesen Ablaufplan haben Sebastian Book von der Recycling-Firma Remondis und der Rosdorfer Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) am Freitagmorgen an der Lagerstätte vorgestellt. Die notwendige Ausrüstung mit Arbeitszelt, Abluft-Reinigungsanlage, Unterkünften und Strom- und Wasserversorgung war in den vergangenen Tagen aufgebaut worden. Am Freitagnachmittag wurde die Technik in einem Probelauf getestet.
Am Sonnabendmorgen beginnt der Ernstfall. Dann werden die Container geöffnet und deren Inhalte einschließlich einer Abschirmung aus Aktivkohle in Metallcontainer gefüllt. Diese Prozedur findet in einem Zelt statt, dessen Innenluft abgesaugt und gefiltert wird. Die Abluftanlage kann 1000 Kubikmeter Luft pro Stunde reinigen.

Während der Arbeit tragen die Remondis-Mitarbeiter Schutzanzüge. Die Luft wird mit Sensoren überwacht. Wird ein Wert von 0,01 ppm (Parts per Million) gemessen – das ist ein Molekül Gift pro 100 Millionen Moleküle Luft – lösen die Sensoren Alarm aus. Doch schon bei geringeren Konzentrationen, sagt Remondis-Mitarbeiter Book, würden die Mitarbeiter Giftspuren als knoblauchähnlichen Geruch wahrnehmen: „Menschliche Nasen sind empfindlicher als die Sensoren.“ Sollte der Wert weiter ansteigen, können die Mitarbeiter mit Atemluft aus Druckluftflaschen versorgt werden.

Rosdorfs Bürgermeister Steinberg ist „froh, dass das Zeug endlich wegkommt. Allen ist wohl deutlich geworden, was es für einen riesigen Aufwand bedeutet hat, die Bevölkerung zu schützen.“ Unterdessen läuft in seiner Gemeindeverwaltung eine Rechnung nach der anderen auf. Allein die Beseitigung des Unfall-Lastwagens kostete 25000 Euro. Und die Unmengen von Löschpulver, die nötig waren, um das mit Wasser hochreaktive Aluminiumphosphid unter Kontrolle zu bekommen, schlagen mit 11000 Euro zu Buche.

Was der gesamte Unfall samt seiner Folgen kostet, ist noch völlig unklar. Rosdorfs Gemeindebrandmeister Martin Willing schätzt, dass die Summe sogar siebenstellig werden könnte. Die Feuerwehr steht im Hintergrund bereit, sollte es zu Störungen bei der Beseitigung kommen.

Foto: Hinzmann

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