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Dransfeld zum Änderungsentwurf des Flächennutzungsplans

Windkraft bewegt die Bürger Dransfeld zum Änderungsentwurf des Flächennutzungsplans

„Wir wollen heute keine Energiewende-Diskussion führen.“ Der Hinweis von Doreen Fragel, Geschäftsführerin der Energieagentur Region Göttingen, ist am Montagabend beim Erörterungstermin für die geplante Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) der Samtgemeinde Dransfeld am Ende nur kurzzeitig beherzigt worden.

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Erörterungstermin in der Dransfelder Stadthalle: Das Thema Windkraft spaltet die Bürger.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld. Kaum etwas bewegt die Bürger derzeit so sehr, wie die Ausweisung von sogenannten Potenzialflächen für Windenergie.

Mehr als 130 Personen – Gegner wie Befürworter – haben an dem Erörterungstermin in der Stadthalle Dransfeld teilgenommen.

Gerd Kruse von Planungsbüro Elbberg, das für die Samtgemeinde die FNP-Planung ausarbeitet, stellte den überarbeiteten Entwurf vor. Darin seien bereits eine Vielzahl an Bürgereinwendungen und Bewertungen der Träger öffentlicher Belange eingeflossen, sagte Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD).

Kruse wie Eilers betonten, dass die Samtgemeinde in Bezug auf die Ausweisung von Windpotenzialflächen nicht viel Spielraum habe. So gebe der Landkreis Göttingen Flächen im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) vor, die im FNP übernommen werden müssten. Will die Samtgemeinde die dort aufgeführten Flächen – bei Scheden und bei Jühnde – ausschließen, dann müsse sie ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen, erläuterte Kruse.

Das Planungsbüro schlägt vor, die 23 Hektar große Fläche bei Scheden aus dem RROP herauszunehmen. Dafür spreche laut Kruse „die Summe kleinerer Argumente“ wie etwa die Hanglage oder die erforderlichen Eingriffe in die Natur. „Keine Möglichkeit, sie wegzudiskutieren“ sehen die Planer hingegen bei der Jühnder Potenzialfläche (44 Hektar).

„Wir wollen gar keine Windräder“

Eventuell ausweitbar sei das bestehende Sondergebiet zwischen Dransfeld und Imbsen auf 27,5 Hektar. Im Gegenzug könnte eine Fläche bei Varlosen (13,1 Hektar) gestrichen werden, die laut Potenzialanalyse des Landkreises geeignet wäre. Als Mindestabstand zu Siedlungen und Wald schlagen die Planer 970 Meter vor, um bei Imbsen auf einer kleineren Fläche ein Bürgerwindrad zu ermöglichen.

In der Diskussion stellten etliche Bürger die Windkraft im Allgemeinen und Planungsdetails im Besonderen in Frage. Von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Infraschall war da die Rede, von Wertverlust von Immobilien oder der Gefahr durch Eiswurf.

Zwischenrufe wie „Wir wollen gar keine Windräder“ wurden zwar mit Beifall quittiert, doch Planer und Samtgemeindebürgermeister warnten davor. Kruse sagte, eine „Verhinderungsplanung“, werde von Gerichten oft „kassiert“. Eilers versuchte den Bürgern klar zu machen, dass die Samtgemeinde im Falle einer „Nulllösung“ ihre Planungshoheit aus der Hand geben würde.

„Egal welche Entscheidung wir fällen, sie wird auf Widerstand treffen“, sagte Eilers. Einen Kompromiss zu finden sei der einzig richtige Weg.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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