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Drei Jahrgänge in einer Klasse

Landesschulbehörde Drei Jahrgänge in einer Klasse

Die Landesschulbehörde will an der Adelebser Haupt- und Realschule bis zu drei Jahrgänge zusammenlegen. In den Stufen fünf bis sieben sollen zehn- bis 14-jährige Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Dagegen gibt es heftigen Protest. Schule und Eltern fordern stattdessen, die beiden Schulformen zusammenzulegen.

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Antrag abgelehnt: Behördenmitteilung per Fax.

Quelle: EF

Kaum noch Hauptschüler, teilweise auch weniger Realschüler – diese Entwicklung trifft die Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen besonders hart: Zum nächsten Schuljahr haben sich für den fünften Jahrgang gerade mal 14 Realschüler und drei Hauptschüler angemeldet. Darüber sieht es kaum besser aus, besonders der Hauptschulzweig scheint auszusterben.

Um das zu verhindern, haben Schule, Vorstand und Elternvertretung an Lösungswegen gefeilt. Im März hatten sie schließlich den Antrag gestellt, Real- und Hauptschule zusammenzulegen. Schüler aus beiden Formen würden in einer Klasse gemeinsam unterrichtet, ihre Leistungen nur in Deutsch, Mathe und Englisch differenziert bewertet. Die Schule beruft sich auf Modellversuche im Raum Vechta und Stade und ähnliche Vorstöße in der aktuellen Bildungsdiskussion im Landtag.

Auf ihren Antrag bekam die Schule zunächst keine Antwort, dann per Fax eine handschriftliche Kurzmitteilung. Darin lehnt der zuständige Dezernent der Landesschulbehörde, Karl-Heinz Mayna, den Antrag ab und verweist auf die Rechtslage. Zugleich regt er Kombiklassen je Schulform an: in der Realschule in den Jahrgängen fünf und sechs, in der Hauptschule die Jahrgänge fünf, sechs und sieben sowie acht und neun.

Konzentration auf Abschluss

Vor allem die Dreierkombination bringt Lehrer und Eltern auf die Palme. Zum einen würden dann kleine zehnjährige Kinder mit fast 14-Jährigen am Ende ihrer Pubertät gemeinsam unterrichtet – das könne nicht gut gehen. Auch didaktisch sei es nicht möglich, den Lehrstoff der fünften und siebten Klasse zeitgleich zu behandeln. Die Neuntklässler wiederum müssten sich – möglichst alleine – voll auf einen guten Abschluss konzentrieren. Hinzu komme, dass dann auf Basis der dann geringeren Klassen auch weniger Lehrerstunden zugewiesen würden – zu Lasten eines guten Unterrichtes.

Der Sprecher der Landesschulbehörde, Christian Zachlod, verteidigt die Entscheidung des Dezernenten. Tatsächlich sei eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zurzeit rechtlich nicht möglich. Zugleich schreibe ein Erlass bei zu wenig Schülern Kombiklassen je Schule vor. Dabei sei auch eine Dreierkombination möglich, in Braunlage zum Beispiel schon umgesetzt. Allerdings gebe es auch Hoffnung für die Adelebser Schule: Schon in Kürze werde ein neues Schulgesetz beschlossen, dass dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Vereinigung von Real- und Hauptschulen zulassen werde.

Unterdessen haben die Adelebser Eltern für heute von 8 bis 11.30 Uhr Protestaktionen an der Schule angekündigt.

Von Ulrich Schubert

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