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Drei Monate Mautpflicht für Schnellstraße

Der Ärger mit der Maut Drei Monate Mautpflicht für Schnellstraße

Vor drei Monaten hat das Thema Lkw-Maut auch die Region erreicht: Teile der Bundesstraßen 3, 27 und 243 sind für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen seitdem mautpflichtig.

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Vor drei Monaten hat das Thema Lkw-Maut auch die Region erreicht: Teile der Bundesstraßen 3, 27 und 243 sind für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen seitdem mautpflichtig.

Quelle: Müller

Herzberg/Göttingen. Zum 1. Oktober wurde die Mautpflicht auf 1100 Kilometern Bundesstraße ausgeweitet - dort nämlich, wo die Straßen vierspurig und damit laut Gesetzgeber autobahnähnlich ausgebaut sind.

Noch vor drei Jahren waren hier nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz keine Mautstrecken geplant. Nach und nach erfasste das System jedoch nicht nur Autobahnen, auch Bundesstraßen kamen dazu. Durchgehende Schnellstraßen folgten nun im Herbst 2015 hinzu.

Außerorts von Seesen über Herzberg bis Bad Sachsa auf der B 243, von Herzberg bis Bad Lauterberg auf der B 27 sind nun mautpflichtig. In Göttingen sind nur sehr kurze Strecken betroffen - drei Kilometer auf der B 27 zwischen Weende und der A7 und vier Kilometer zwischen Weende und Bovenden. Im Obereichsfeld wird ein Kilometer zwischen Worbis und Leinefelde-Ost berechnet.

Mautstrecken müssen, so die gesetzliche Regelung, mindestens eine Länge von vier Kilometern oder eine Anbindung an eine Autobahn aufweisen. Die beiden Göttinger Strecken erfüllen die Bedingungen - gerade noch.

Zwar können sich Spediteure an den Zapfsäulen gerade über einen niedrigen Dieselpreis freuen, aber: Mautgebühren verursachten deutliche Mehrkosten, rechnen Spediteure vor. „Nur die Strecke von Herzberg nach Seesen kostet 3,85 Euro“, sagte Christian Huke, Geschäftsführer der Spedition Sommer in Gieboldehausen.

Die Preise erhöhen könne er jedoch nicht, zu groß ist der Preisdruck der Branche. Wenn also seine 46 Zugmaschinen nur einmal die 30 Kilometer kurze Strecke führen, kostete das den Spediteur 177 Euro.

In Göttingen hingegen halten sich die Belastungen im Rahmen. "Die kurzen Strecken auf der B 3 und der B 27 fahren wir ohnehin sehr selten", meint Andreas Bubner, Geschäftsführer der Speditionsfirma Haberland. "Und wenn, geht es über die sowieso mautpflichtige A 7."

Ziel der Maut war zunächst, mehr Verkehr von der Straße zu verlagern. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) versucht seit Regierungsbeginn 2013, auch eine Maut für Pkw auf Autobahnen durchzusetzen, was bislang an rechtlichen Hürden scheiterte.

Die Mautsätze für Lkw richtet sich nach den beiden Teilsätzen für Infrastruktur und Luftverschmutzung, für ersteren hängt der Betrag von der Achsklasse ab, die Abgabe für die Umwelt richtet sich nach der Schadstoffklasse des Fahrzeuges.

Von Mathias Heinzel und Gunnar Müller

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