Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Drei Unterkünfte für Grone

Flüchtlinge Drei Unterkünfte für Grone

Bis zu 700 neue Flüchtlinge in drei Unterkünften sollen im Göttinger Stadtteil Grone untergebracht werden. Am Donnerstag hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Verwaltungsmitarbeiter die Pläne im Ortsrat vorgestellt.

Voriger Artikel
Duldung für ein Jahr
Nächster Artikel
Erlebnis-Turnfest: Unterkünfte fast ausgebucht

Ehemalige C+C-Halle, Anna-Vandenhoek-Ring: Ab Mitte März sollen in der Halle auf der Siekhöhe rund 400 Flüchtlinge unterkommen. Damit handelt es dann um die bislang größte Göttinger Flüchtlingsunterkunft. Den Betrieb übernimmt das Deutsche Rote Kreuz.

Quelle: Wenzel

Grone. Das bislang angewandte System, in Göttingen ankommende Flüchtlinge in „kleinen und mittelgroßen“ Einheiten unterzubringen, funktioniere seit Dezember nicht mehr, sagte Köhler. „Zu groß“ und „zu schnell“ sei der „Zustrom“ der neuen Flüchtlinge. Daher sei die Verwaltung gezwungen, nach größeren Unterkünften zu suchen.

Gustav-Bielefeld-Straße 8: In die ehemalige Lager- und Fertigungshalle im Industriegebiet ziehen nach Auskunft der Stadtverwaltung ab März zwischen 50 und 80 Personen ein. Die Johanniter werden die Unterkunft betreiben.

Quelle: Wenzel

So sollen ab März bis zu 400 Menschen in die ehemalige Halle von C+C Schaper auf der Siekhöhe ziehen. Während Birgit Sacher, Geschäftsführerin des Integrationsrates, sich „sprachlos“ zeigte angesichts des „Riesenlagers“, das „katastrophal“ für die Flüchtlinge sei, vertrat Köhler der Standpunkt, dass die schnelle Unterbringung höchste Priorität haben muss. Er geht davon aus, dass die Menschen etwa sechs Monate in der Unterkunft bleiben werden. Auch Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) sprach von einer „überdimensionierten“ Unterkunft. Polizei, Verwaltung, Sicherheitsdienst und Betreiber wollen für die Unterkunft ein Sicherheitskonzept „nach innen und außen“ erarbeiten.

Info-Veranstaltungen

Weststadt : Infos zu den geplanten Unterkünfte am Schützenanger für 200 Personen und am Hagenweg für 100 Personen. Montag, 1. Februar, 19.30 Uhr in der Musa, Hagenweg 2.
Holtenser Berg : Infos zum den Bau einer weiteren Flüchtlingsunterkunft für 300 Personen nach dem Vorbild des Baus auf den Zietenterrassen. Montag, 15. Februar, 19 Uhr, in der Hagenbergschule, Pappelweg 3.

Nach neuen Zahlen, die Köhler am Donnerstag präsentierte, muss Göttingen bis zum März weitere 1200 Flüchtlinge unterbringen. Das sind 133 pro Woche. „Personell sei das kaum noch zu bewältigen“, sagte Köhler. Hier müsse mehr Druck aufs Land ausgeübt werden, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Der Oberbürgermeister betonte, dass es bei der Versorgung der geflüchteten Menschen nicht ohne die Mitarbeit von freiwilligen Helfern gehe. Sterr fürchtet, dass es für die Unterkunft in der C+C-Halle schwer werde, ehrenamtliche Helfer zu finden.Aktuell sind in Göttingen 1257 Flüchtlinge und 73 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Die größten Gruppen kommen aus den Westbalkanländern, Syrien, Irak, Afghanistan und dem Sudan. Köhler geht nach jetzigen Prognosen davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge in Göttingen bis zum Ende des Jahres auf 4000 ansteigen wird. Gleichzeitig sei trotz der geplanten neuen Unterkünfte davon auszugehen, dass zum Jahresende rund 750 Wohnplätze für Flüchtlinge zusätzlich zu den ohnehin schon fehlenden Wohnungen in Göttingen fehlen werden.

Die so genannte „Blaue Halle“am Elmweg, Ecke Rodeweg: Die Halle in Grone-Süd soll nach Klärung von Grundstücksfragen abgerissen werden. In einem Neubau, für den es derzeit noch keine Pläne gibt, entstehen 180 Plätze für Flüchtlinge.

Quelle: Wenzel

Nach Köhlers Angaben kostet jeder Flüchtling die Stadt pro Jahr zwischen 17 000 und 18 000 Euro, das Land erstattet davon aber nur 10 000 Euro. Bislang sei diese Differenz von 7000 Euro von der Stadt aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer finanziert worden. Köhler betonte, dass dafür bisher aber keine anderen Leistungen der Stadt zurückgefahren worden sind.

Internetportal und Infotelefon

Gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen unterhält die Stadt Göttingen eine Internetplattform zur Unterstützung und Koordinierung der Freiwilligenarbeit in der Flüchtlingshilfe. Die Seite ist unter www.fluechtlingshilfe-goettingen.de aufrufbar. Ab sofort gibt es auch ein Infotelefon der Verwaltung zu allen Fragen der Flüchtlingshilfe, das unter der Göttinger Rufnummer 05 51 / 4 00 50 00 erreichbar ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung