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Drückjagd auf dem Gebiet der Revierförsterei Oberode mit 120 Teilnehmern

Für den Wald Drückjagd auf dem Gebiet der Revierförsterei Oberode mit 120 Teilnehmern

Naturschutz mit Erklärungsbedarf: 120 Personen haben in Oberode am Sonnabend an einer Drückjagd des Forstamtes Hann. Münden teilgenommen. Überall im Landkreis ist die Jagdsaison im Gange, was viele Menschen aus Gründen des Tierwohls skeptisch sehen. Die Abschüsse dienten aber vor allem dem Waldschutz, sagt Forstamtsleiter Thomas Schmidt-Langenhorst – und er erklärt auch, warum.

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Delegiert die Treiber an ihre Posten: Thomas Schmidt-Langenhorst, Leider des Forstamts Münden, hat die Jagd akribisch geplant.

Quelle: Rohde

Oberode. „Wir müssen den Bestand leicht absenken, da es besonders im Gebiet der Revierförsterei Oberode enorme Verbissschäden gibt.“

Mit Verbiss meint er abgebissene Triebe junger Bäume, die insbesondere Rehen schmecken. Leider bevorzugen die aber gerade Triebe von jenen Baumarten, die  im Rahmen einer nachhaltigen Forstswirtschaft wünschenswert wären. Erklärtes Ziel der Landesforsten ist die Rückkehr zu naturnahen Mischwäldern mit hohem Buchenanteil, wie sie einmal für Deutschland typisch waren.

Die Dezimierung von Reh- und Rotwild wird in den Landesforsen daher in Abschussplänen geregelt. Wilken Hartwig, Revierförster von Oberode, ist mit der Bilanz der Jagd zufrieden: Acht Rothirschkühe, 53 Wildschweine, 24 Rehe und fünf Füchse wurden am Ende erlegt.

„Ich würde die Rückkehr des Wolfs grundsätzlich begrüßen“

„Wir greifen nur ein Mal im Jahr ein und lassen die Tiere  in der Zwischenzeit in Ruhe“, so Schmidt-Langenhorst. Das bedeutet auch, dass sie in normal kalten Wintern nicht gefüttert werden, damit sich ihr Bestand auch ein Stück weit natürlich regulieren kann. Jäger, die auf Trophäen aus sind, sind hier falsch: Für die Mitnahme eines Bockgeweihs müssten sie eine Gebühr 150 Euro bezahlen.

„Ich vertrete als Mitglied des Jagdbeirates des Landkreises Göttingen die Rechte des Waldes, nicht die der Jäger“, betont Schmidt-Langenhorst.

Der Förster freut sich auch über die jagdliche Unterstützung von  unverhoffter Seite. Im 2500 Hektar großen Revier gibt es einige Luchse. „Und jeder von ihnen erlegt im Durchschnitt ein  Stück Wild in der Woche.“ Im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen hat Schmidt-Langenhorst auch nichts gegen einen weiteren Jäger, auf den sich der Wald vor dem starken Eingriff des Menschen zur Wildregulierung verlassen konnte:

„Ich würde die Rückkehr des Wolfs grundsätzlich begrüßen. Schließlich war er hier mal zu Hause.“ Für den Moment aber sind er und seine Kollegen auf sich allein gestellt.

Hinweise für Autofahrer

Im Gebiet des Forstamtes stehen nur noch Drückjagden in den Revierförstereien Bursfelde und Ellershausen an. Beide finden am kommenden Wochenende statt. Bei einer Drückjagd gehen Treiber – mit oder ohne Begleitung von Hunden – durch das zu bejagende Gebiet, um die Wildtiere aus den Einständen zu „drücken“.

Die Niedersächsischen Landesforsten haben vor allem an die Autofahrer appelliert, die Hinweise an Straßen und Waldwegen zu beachten und besonders in Waldgebieten und auf Landstraßen zwischen Feldern mit Wildtieren zu rechnen. Das gilt vor allem für Bereiche, in denen sogenannte Gemeinschaftsjagden angesetzt sind, bei denen Treiber und Hunde eingesetzt werden.

Von Jonas Rohde

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