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Durch Irrtum Wehr dicht gehalten

Göttingen Durch Irrtum Wehr dicht gehalten

Die Überflutungen im Bereich der Eiswiese und auf den Sportanlagen südlich des Sandweges sind in der Nacht zu Montag offenbar einem doppelten Irrtum zuzuschreiben. Die Stadtverwaltung teilte mit, die Stadtschleuse, die den Rückstau hätte verhindern sollen, sei vom Nutzungsberechtigten "außer Gefecht gesetzt" worden.

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Der Sandweg in Göttingen war am Dienstag wegen Hochwassers gesperrt worden.

Quelle: CH/Archiv

Göttingen. Dieser habe zwei Tafeln des Wehres zum Schutz seiner Turbinenanlage bewusst geschlossen gehalten. Dadurch kam es offenbar zu falschen Messwerten für den wahren Pegelstand, sodass die Automatik des Wehres nicht reagierte, obwohl sie nach Feststellungen vom Dienstag tatsächlich jedoch funktionsfähig gewesen wäre.

 

Derzeit, so Detlef Johannson von der Stadtverwaltung, werde die dritte Tafel der Wehranlage dauerhaft aufgezogen gehalten, so dass sich ein Hochwasserereignis wie in der Nacht zu Montag nicht wiederholen könne. Unabhängig davon müsse das Wehr künftig wieder so betrieben werden, dass Überschwemmungen im Bereich Eiswiese auf Dauer ausgeschlossen bleiben.

 

Detlef Grefe, einer der beiden Betreiber, die das Wasserkraftwerk und damit die Wasserrechte in der Stadtschleuse vor drei Jahren übernommen haben, erklärte am Mittwoch dem Tageblatt, wie es zu den fatalen Folgen der bewussten Schließung zweier Wehrtafeln kommen konnte. Zum einen sei man - auch nach den Darstellungen des früheren Betreibers - immer davon ausgegangen, dass es in dem Beteich gar nicht zu Hochwasser kommen könne, wenn das Flüthewehr südlich des Kiessees geöffnet ist und sich die Leine den direkten Weg durch die Flüthe und über den Sandweg nimmt. Warum das Flüthewehr diesmal nicht ganz geöffnet war, wisse er nicht, sagt Grebe. Zum anderen habe man nicht gewusst, dass es zu Fehlmessungen an der Stadtschleuse kommen müsse, wenn zwei der drei Wehrtafeln geschlossen sind. Als man die Turbinen vor Verschlammung schützen wollte, habe man damit unwissentlich den dahinter liegenden und für die automatsiche Wehröffnung zuständigen Sensor trockengelegt. Dieser habe, weil ihm dadurch Niedrigwasser vorgegaukelt wurde, das dritte Wehrschütz geschlossen statt es zu öffnen. Man werde nun mit dem Leineverband (zuständig für das Flüthewehr) und der Stadt (Eigentümer der Stadtschleuse) die künftige Verfahrensweise besprechen. Auch die Stadt bestehe darauf, so Johannson, das Wehr künftig so zu betreiben, wie es der Nutzungsvertrag und die wasserrechtlichen Erlaubnisse vorsehen.

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Stadtwehr klemmt
Der Sandweg in Göttingen ist zurzeit wegen Hochwassers gesperrt.

Weil die Automatik des privaten Kraftwerk-Wehres an der Eiswiese ausgefallen ist, hat sich das Hochwasser der Leine in der Nacht zu Dienstag davor gestaut und Teile der Eiswiese, der benachbarten Schrebergartenanlage Walkemühle, die Sportanlagen am Sandweg und einige Keller in der Südstadt überflutet.

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