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Diskussion um ehemaliges EAM-Haus

Hotel, Wohnungen, Büros geplant Diskussion um ehemaliges EAM-Haus

Die neuen Eigentümer des ehemaligen EAM-Geländes an der Kasseler Landstraße in Göttingen planen an der Ecke zur Bachstraße ein neues Hotel. Aus dem Hochhaus soll ein Wohn- und Bürogebäude werden. Stadtbaurat Thomas Dienberg skizzierte die Pläne der Tetraeder Immobilien GmbH und bestätigte Gerüchte.

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Quelle: HW (Archiv)

Göttingen. Das ehemalige EAM-Hochhaus soll nach heutigen Stand erhalten bleiben und nicht abgerissen werden, sagte Dienberg im Bauausschuss. Außer Büros und Wohnungen soll dort auch eine Kindertagesstätte Platz finden. Ein Bauantrag für das Hotel werde derzeit von den Investoren vorbereitet. Bei Kita- und Wohnnutzung müsste zunächst der bestehende Bebauungsplan geändert werden.

 

Dienberg machte in der Sitzung in der vergangenen Woche noch einmal deutlich, dass das Landesamt für Denkmalpflege aus seiner Sicht im Oktober lediglich die Absicht mitgeteilt hatte, das von Jochen Brandi entworfene Hochhaus unter Denkmalschutz stellen zu wollen. Damit war der Abriss der Fassade weiter möglich. Das Amt wiederum geht davon aus, das Haus am 18. Oktober tatsächlich unter Schutz gestellt zu haben. "Gegen eine Unterschutzstellung hätten wir Einspruch erhoben", sagte Dienberg, der schon 2014 in einer Stellungnahme das Haus als nicht schützenswert bewertet hatte. "Nicht jedes Brandi-Haus ist automatisch unter Denkmalschutz", sagte Dienberg. Er betonte aber auch, dass sich das Gebäude nicht im städtischen Besitz befindet, somit sei die Stadt auch nicht dafür verantwortlich.

 

Auch wenn man über Geschmack streiten könne: "Ich halte den jetzigen Vorgang für einen weniger guten", sagte Gerd Nier (Linke). Er geht davon aus, dass die Terminüberschneidungen und Fehler im Landesamt von den Eigentümern genutzt worden seien, um mit einem zügigen Abriss Fakten zu schaffen.

Die jetzt gefundene Lösung für das Haus, sei vernünftig, sagte Ulrich Holefleisch (Grüne). Brandis schwerwiegende Fehler bei der Planung des Hauses könnten nun durch die Entkernung korrigiert werden. Gleichzeitig erinnere es aber noch an den Architekten. 

 

Für Francisco Welter-Schultes (Piraten) ergeben sich aus der "traurigen" Zerstörung des Denkmals drei Forderungen: Wie schon für die Innenstadt müssten auch außerhalb des Walls die Baudenkmäler Göttingen inventarisiert werden. Zudem müssten die entsprechenden Denkmalschutzbehörden eine bessere personelle Ausstattung bekommen. Darüber hinaus sollte die Stadtverwaltung für jedes Baudenkmal ein Nutzungskonzept. Er begrüße diese Vorschläge durchaus.

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