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Keine Verwechslung mit Slowenien mehr

Slowaken drücken ihrem Team die Daumen Keine Verwechslung mit Slowenien mehr

Wenn am Sonntag, 26. Juni, Deutschland und die Slowakei bei der EM aufeinandertreffen, werden die meisten Südniedersachsen auf einen Sieg der DFB-Elf hoffen. Ein paar Fernsehzuschauer werden jedoch ihrer Národné Muzstvo (Nationalmannschaft) die Daumen drücken: die in der Region lebenden Slovaken.

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Zuzana Koch

Quelle: CH

Zuzana Koch aus Stropkow ist natürlich für ihr Heimatland, ihr Mann Olaf und die Freunde, die zum gemeinsamen Gucken zu Besuch kommen, für Deutschland. Da freut es die 40-Jährige sehr, dass Sohn Nicolas (5) sich auf ihre Seite geschlagen hat: „Wir wollten ihm ein slowakisches Trikot und eine deutsche Hose anziehen, aber er wollte Mama gegen die Übermacht unterstützen und wird komplett slowakisch tragen.“

Fußball ist in dem 5,4-Millionen-Einwohner-Land, das 1993 seine Unabhängigkeit erreichte, nur die Sportart Nummer zwei hinter Eishockey, da gewann man 2002 sogar die Weltmeisterschaft. Jakob Kubinec hat dann auch nicht viel Hoffnung, dass seinen Landsleuten eine Überraschung gelingt: „Eine knappe Niederlage wäre schon okay, dann muss ich mich am Montag nicht von den Kollegen auslachen lachen.“ Der Personalmanager verbindet mit der Partie eine ganz andere Hoffnung: „Dass unser Land endlich bekannter wird.“

Viele Deutsche verwechselten die Slowakei nämlich mit Slowenien, hätten von der Hauptstadt Bratislava noch nie etwas gehört. Im Übrigen spiegele die Art und Weise, wie die beiden Teams Fußball spielen, die Mentalität ihrer jeweiligen Länder wider, so der 28-Jährige: „Die Deutschen spielen nach einer festen Ordnung, brechen nie die Regeln. Die Slowaken dagegen spielen chaotisch-kreativ, halten sich nicht so sehr an die Regeln – genau wie im echten Leben auch.“  Sie habe nicht damit gerechnet, dass ihre Mannschaft so weit kommen würde, berichtet Romana Rehakova unterdessen.

„Sonst hätte ich mir eine Fahne gekauft“, sagt die 36-Jährige aus Topolcany, die genau wie ihre Kollegin Zuzana Koch als Disponentin bei der Göttinger Spedition „OstSped“ arbeitet. Beide werden sie während der Übertragung ihren Gästen Chips und Bier reichen: „Da gibt es keinen Unterschied zwischen unseren Ländern.“ Sollte die Slowakei gewinnen, wird Rehakova vielleicht zur Feier Brynzové Halusky kochen – die Kartoffelnocken sind das Nationalgericht ihrer Heimat.

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