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Ebay-Betrügerpaar aus Walkenried soll ins Gefängnis

Vor Gericht Ebay-Betrügerpaar aus Walkenried soll ins Gefängnis

Für drei Jahre, acht Monate soll eine offenbar unbelehrbare Ebay-Betrügerin ins Gefängnis. Ihr Mann soll wegen Beihilfe mit einer gerade noch zur Bewährung auszusetzenden Freiheitsstrafe von zwei Jahren davon kommen. Das hat die Staatsanwaltschaft im Plädoyer gegen ein Ehepaar aus Walkenried beantragt, das in mehr als 250 Fällen Kunden der Internet-Auktionsplattform Ebay betrogen haben soll.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Walkenried. Obwohl für Dienstag das Urteil im Göttinger Landgericht eingeplant war, trat das Gericht nach den Plädoyers überraschend wieder in die Beweisaufnahme ein. Bis zum nächsten Verhandlungstag am 8. Mai soll ein Experte der Polizei nun durch Auswertung eines beschlagnahmten Laptops nachermitteln, ob der Ehemann auch selbst bei Ebay aktiv war.

Die 44 Jahre alte mehrfache Mutter, die auch Pflegekinder betreute, soll Waren, die sie selbst bestellt und nicht bezahlt hatte, teils mehrfach bei Ebay zur Auktion eingestellt, aber nie geliefert haben. Sie gibt alles zu, behauptet aber, ihr Mann habe von all ihren Aktivitäten nichts gewusst und auch keinen Einblick auf die zwölf Bankkonten gehabt, auf denen das Geld einging. Dabei hatte die Frau teils Ebay-Accounts ihres Mannes, aber auch ihrer Kinder, eines Pflegekindes, eines Aupair-Mädchens, einer Nachbarin und des Schwiegervaters für die Betrügereien genutzt. Immer, wenn es schlechte Bewertungen gab, wurde ein neuer Account eröffnet. Ein Ermittler der Polizei sagte am Dienstag aus, auch auf dem Laptop des Ehemannes habe es zahlreiche betrügerische Aktivitäten gegeben.

In seinem Plädoyer wies Verteidiger Steffen Hörning aber darauf hin, dass dem 51-Jährigen keineswegs nachgewiesen sei, dass er es war, der an dem Laptop aktiv war. Seine Frau behauptet, sie habe sein Laptop benutzt, wenn an ihrem Computer die Kindern spielten. Allerdings: Teils gab es nächtliche Aktivitäten um 4.30 Uhr auf dem Laptop des Mannes. Nun erhofft das Gericht, dass sich mit gelöschten und wiederhergestellten Computerdaten noch zu ermitteln ist, ob er oder sie die letzten Betrügereien begingen. Die nämlich fanden zu einer Zeit statt, als die ersten Anklagen schon erhoben und die 44-Jährige schon wegen eines Teils der Delikte vor Gericht stand.

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