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Edeka-Markt in Rittmarshausen hat neuen Inhaber

Abschied mit „blutendem Herzen“ Edeka-Markt in Rittmarshausen hat neuen Inhaber

Auf den Tag genau 15 Jahre lang hat Gerhard Herwig seinen Edeka-Markt betrieben. Jetzt ist der 65-Jährige aus Altersgründen in Rente gegangen – „mit einem blutenden Herzen“, wie er betont.

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Im Edeka-Markt in Rittmarshausen läuft der Betrieb weiter.

Quelle: Hinzmann

Rittmarshausen. Doch sein Abschied bedeutet nicht, dass das einzige Lebensmittelgeschäft des 760-Einwohner-Ortes schließt: Alfred Wüstefeld, der bereits eine Reihe von Läden und Bäckereien in der Region betreibt, hat Herwigs Nachfolge angetreten.

Es falle ihm schwer, aufzuhören, sagt Herwig. Er habe fast jeden im Ort gekannt, sei für seine Kunden Ansprechpartner und Kummerkasten gewesen: „Sie haben mir alles erzählt, Schönes und Trauriges.“ Auf dem Land sei das Leben stärker von Gemeinschaftssinn geprägt als in der Stadt, findet der Rentner, die Menschen gingen „korrekter“ miteinander um. Deshalb sei es ihm auch nicht schwer gefallen, jeden Tag um 4 Uhr morgens aufzustehen und erst um 21 Uhr wieder zuhause zu sein: „Sechs Tage in der Woche 15 Stunden zu arbeiten ist hart, aber es hat mir immer Spaß gemacht.“

Herwig kümmert sich jetzt um seinen großen Garten – dafür hat Alfred Wüstefeld noch lange keine Zeit. Der 49-jährige Bäckermeister und Ingenieur der Lebensmitteltechnologie hat das 350 Quadratmeter große Geschäft übernommen, bietet ein Vollsortiment mit über 10000 Artikeln an, wie er sagt.

Während Kundin Isolde Zippert (71) aus Sattenhausen sich vor allem darüber freut, dass es ihr erspart geblieben ist, jedes Mal zum Einkaufen nach Duderstadt fahren zu müssen, weist Enrico Fuge (44) darauf hin, dass ein Dorfladen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch „zum Sich-Treffen und Klönen“ da sei. Das sieht Verkäuferin Ivonne Riemekasten (32), die im Laden gelernt hat und schon ihr halbes Leben dort arbeitet, genauso: „Hier geht es sehr familiär zu. Viele Kunden und ich duzen uns sogar.“

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