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Ehemalige Voigtschule in Göttingen soll Notquartier für Studenten werden

Mangel an Wohnraum Ehemalige Voigtschule in Göttingen soll Notquartier für Studenten werden

Das ehemalige Gebäude der Voigtschule an der Bürgerstraße soll ab Oktober Notquartier für Studenten werden. Diesen Plan verfolgen die Stadt und das Studentenwerk Göttingen. Hintergrund: Zum Start des Wintersemesters in Göttingen fehlt freier Wohnraum für die neuen Studierenden.

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Soll Notquartier für Studenten werden: Das Gebäude der ehemaligen Voigtschule an der Bürgerstraße in Göttingen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Die leerstehende, ehemalige Voigtschule wird zur Notunterkunft für wohnungssuchende Studenten. Mit Beginn des neuen Semesters bietet das Studentenwerk in Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen bis zum 27. November 81 Plätze im Erdgeschoss des Gebäudes an der Bürgerstraße an. Damit könne Studenten, die zum Semesterbeginn noch keine Wohnung gefunden haben, geholfen werden, sagte Jörg Magull, gegenüber dem Tageblatt. Erfahrungsgemäß sei der zu erwartende "Ansturm" bis Ende November vorüber.

Für die Nutzung des Gebäudes als Notunterkunft seien keine baulichen Veränderungen nötig. Für die Studenten stehen Feldbetten in den Räumen bereit, die vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt werden. Im Keller des Schulgebäudes, so Magull, gebe es genügend Toiletten. Auf dem Schulhof, so der Plan, werden zwei Container mit Duschen aufgestellt.

Abends und in der Nacht zwischen 18 und 9 Uhr ist ein Sicherheitsdienst engagiert. "Die Räume sind nur zum Schlafen da", sagt Magull. Wochentags werde das Gebäude tagsüber abgeschlossen, am Wochenende soll es aber rund um die Uhr geöffnet sein. Die Kosten für das Notquartier, die "im Wesentlichen" das Studentenwerk trage, seien "nicht unerheblich", sagte Magull, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen. Weitere Einzelheiten des gemeinsamen Projekts wollen Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) und Magull, in Anwesenheit von Vertretern des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität am heutigen Montag vorstellen.

Zeltlager in der Humboldtallee

Den ursprünglichen, von Stadt, Uni, Studentenwerk und Allgemeinem Studierendenausschuss (AStA) erarbeiteten Plan, in den Herbstferien vom  27. Oktober bis 8. November eine städtische Turnhalle als Studenten-Unterkunft herzurichten, habe man verworfen, weil die Ferien in diesem Jahr sehr spät lägen, erläuterte Magull. Die Stadt habe dann die ehemalige Schule ins Spiel gebracht.

Bislang hatte die Verwaltung eine Zwischennutzung für das Schulgebäude, dessen geplanter Verkauf im Frühjahr geplatzt war, jedoch ausgeschlossen - zuletzt in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses am 18. September. In der Vergangenheit hatten Kultureinrichtungen und -initiativen gehofft, dass sie die Schule übergangsweise nutzen können. Magull betonte, dass es ihm nicht daran gelegen sei, die einzelnen Interessen gegeneinander auszuspielen.

Parallel  zu dem Angebot in der ehemaligen Voigtschule bietet die Wohrauminitiative Göttingen wohnungssuchenden Erstsemestern  seit Sonntag bis Anfang November in einem Zeltlager in der Humboldtallee 9 eine Notunterkunft. Duschen, Toiletten und   Waschmaschinen seien ebenso vorhanden wie ein größeres Gemeinschaftszelt mit Feuerstelle, heißt es in einer Mitteilung der Wohnrauminitiative.  

Mehr als 4500 Plätze

"Für Menschen ohne Zelt gibt es große Ausweichzelte, für Menschen mit Hunger ein Abendessen, für ein trockenes Gepäckabteil und Wertsachensicherung ist ebenfalls gesorgt. Die campus- und   innenstadtnahe Lage der Humboldtallee 9 macht es optimal für einen guten Startpunkt", heißt es in der Mitteilung weiter. Zusätzlich soll das spendenbasierte Zeltlager auch der sozialen Zusammenkunft dienen: Filmabende, Workshops, kleinere Konzerte sind geplant. Auch eine Weitervermittlung der Suchenden an Wohngemeinschaften wird angestrebt und Beratung für Leben und Studieren in Göttingen angeboten.

Nach Magulls Angaben liegen dem Studentenwerk derzeit rund 2000 Bewerber für Wohnheimplätze vor. Mehr als 4500 Plätze biete das Studentenwerk an, die Vermittlungsquote liege bei 16 bis 18 Prozent. Bereits im August hatte er von einem „gewaltigen Ansturm“, der auf die Georg-August-Universität zum Wintersemester zu komme. „Wir stehen vor einer sehr schwierigen Situation", so Magull damals. Grund seien vor allem die zum neuen Semester in Niedersachsen abgeschafften Studiengebühren.

Allein bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen (ohne Humanmedizin und Zahnmedizin) kamen im August nach Auskunft der Uni-Pressestelle mehr als 23 300 Bewerbungen auf 2693 Studienplätze. Im Sommersemester lag die Zahl der Studenten bei gut 26 000. Genaue Zahlen will die Uni erst Anfang Oktober nennen.

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