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Ehemaliges Gefängnis steht weiterhin leer

Wissenshaus I ungewiss Ehemaliges Gefängnis steht weiterhin leer

Still und verlassen steht die ehemalige Göttinger Justizvollzugsanstalt am Waageplatz zwischen Reitsstallstraße und Oberer-Masch-Straßeda. Und eine Nutzung ist längst nicht in Sicht.

Im Sommer 2008 hatte die Stadt das bereits seit 2007 leerstehende Haus vom Land Niedersachsen für weniger als 50 000 Euro gekauft – mit dem Plan, in das 1836 gebaute Gebäude eines von drei Wissenshäusern, die zum neuen Museumskonzept der Stadt gehören, einzurichten. Auf 2000 Quadratmetern soll dort Wissenschaft präsentiert werden. Doch dafür fehlt in Zeiten leerer Stadtkassen das Geld. Die nötigen Investitionen hatte die Stadt mit rund sieben Millionen Euro beziffert. Zwischenzeitlich war im Gespräch, das ehemalige Gefängnis als Zwischenlager für Ausstellungsgegenstände des Städtischen Museums zu nutzen. Diese Überlegungen sind aber verworfen worden.

Inzwischen, so erläutert Stadtsprecher Detlef Johannson auf Tageblattanfrage, habe die Kulturverwaltung aber einen Antrag auf Fördermittel bei der NBank für dieses Wissenshaus I gestellt. Zwar sei das städtische Vorhaben nach Prüfung als förderfähig eingestuft worden, nach Auskunft der NBank stünden aber keine Fördermittel zur Verfügung. „Im kommenden Monat werden wir das Gespräch mit der NBank wegen möglicher Restfördermittel wieder aufnehmen. Im ungünstigsten Fall könnte aber das Vorhaben erst in der neuen Förderperiode ab 2014 finanziert und bezuschusst werden“, führt Johannson weiter aus.

In diesem Fall würde sich „natürlich“ auch die Frage einer Zwischennutzung stellen. „Vorstellungen über eine solche Zwischennutzung gibt es aber noch nicht“, sagt der Verwaltungssprecher. Bis dahin bleibe das Gebäude ungenutzt. „Es ist gesichert. Wir sind regelmäßig vor Ort, um nach dem Rechten zu schauen. Der Substanz kann ein Leerstand so schnell nichts anhaben“, meint Johannson.

Während westlich des Leinekanals die Entwicklung und Sanierung des Waageplatzes und der ehemaligen JVA stockt, ist auf der Ostseite des Kanals ein wenig Leben zu erkennen. Die Firma Delta Bau aus Hannover steht in den Startlöchern. Ab Frühjahr will sie das ehemalige Stadtbadareal in Angriff nehmen und dort für rund 14 Millionen Euro Wohn- und Geschäftshäuser bauen. Derzeit wird in Politik und Verwaltung an einem Bebauungsplan gearbeitet.

Die Stadt selbst muss nach dem geschlossenen städtebaulichen Vertrag mit Delta die öffentlichen Flächen in dem Gebiet herrichten. Inklusive Planungskosten sind bis 2013 rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt, bis zu 350 000 Euro für eine Fußgängerbrücke über den Leinekanal, die das Stadtbadareal mit dem Waageplatz verbinden soll.

Inzwischen hat die Stadt offiziell mit der Vermarktung für die Stockleffsche Mühle begonnen. Die Stadt favorisiert für das denkmalgeschützte Gebäude am Leinekanal eine gastronomische Nutzung. Die Sanierung soll Ende 2012 abgeschlossen sein. Nach dem Zeitplan entscheidet Ende Dezember der Verwaltungsausschuss über das Auswahlverfahren.

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