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Ehrenamtliche verlassen Spendenzentrum

Rücktritt von Organisationsteam Ehrenamtliche verlassen Spendenzentrum

Das gesamte ehrenamtlich tätige Organisationsteam (Orga-Team) des Göttinger Spendenzentrums ist zurückgetreten. Die sechs Helfer sahen sich und ihre Arbeit nach eigenen Angaben zunehmend von der Stadtverwaltung und Leitung des Zentrums übergangen und missachtet. Die Kleider-Ausgabe an Flüchtlinge ist dadurch nicht gefährdet.

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Das Spendenzentrum.

Quelle: Jan Vetter

Göttingen. „Schweren Herzens“ hätten sie die Einrichtung verlassen, erklären die bisherigen Orga-Team-Mitglieder in einer Rundmail an alle weiteren freiwilligen Helfer. Ihren Rücktritt begründen sie zum einen mit Unstimmigkeiten mit der hauptamtlichen Leitung. Zum anderen mit erheblichen „Informationslücken sowie nicht eingehaltenen Zusagen“ seitens Leitung und Stadtverwaltung. Damit sei es für sie nicht mehr möglich, Abläufe und Aufgaben zielgerichtet zu koordinieren.

Zentrale Sammelstelle für Sachspenden

Das Spendenzentrum in der Robert-Bosch-Breite ist eine zentrale Sammelstelle für Sachspenden der Göttinger Bürger. Seit November werden hier Spenden angenommen, sortiert und an Flüchtlinge ausgegeben. Mehr als 700 Regalmeter Kleidung, Haushaltswaren sowie Spiel- und Schulsachen sind dort nach früheren Angaben der Stadtverwaltung gelagert und werden durch freiwillige Helfer an Asylbewerber sowie an Flüchtlingsunterkünfte weitergegeben. Formal ist es eine Einrichtung der Stadt.

Organisiert wurden der Ablauf und Einsatz weiterer Helfer bisher überwiegend von einem ehrenamtlichen Orga-Team. „Wir haben immer versucht, das Ausgabesystem so zu gestalten, dass es für die Kunden fair und möglichst zügig und für die Helferinnen und Helfer so wenig stressig wie möglich ist“, erklärt die Gruppe in ihrer Rundmail. In der jüngeren Vergangenheit aber seien Ideen und Absprachen mit der Leitung immer häufiger ignoriert und übergangen und das Team bei geplanten Änderungen mit „wenig durchdachten und unsystematischen Entscheidungen“ vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Es habe auch an erforderlicher Entlastung durch weitere hauptamtliche Helfer gemangelt. Und: Während die Stadt die freiwillige Arbeit der Helfer im Spendenzentrum „zur Selbstdarstellung der Verwaltung nutze“, sei der Respekt gegenüber ihrer Arbeit immer geringer geworden.

Stadtverwaltung bedauert Rückzug des Orga-Teams

Die Stadtverwaltung bestätigt den Rückzug des Orga-Teams und bedauert diesen zugleich „sehr“. Das Team habe sehr zum Gelingen des Projektes beigetragen. Die Vorwürfe weist die Verwaltungssprecherin weitgehend zurück. Teilweise sei es nicht möglich gewesen, alle Wünsche umzusetzen, oder es habe gute Gründe für eine andere Entscheidung gegeben. Mehrmals habe der Oberbürgermeister die Einrichtung besucht „und jedes Mal seinen Dank ausgesprochen“. Die Arbeit in dem Zentrum werde ungehindert fortgesetzt – ab Juli unter anderem von drei Französinnen im Rahmen ihre Zivildienstes.

Das Göttinger Spendenzentrum

Seit Bestehen des Göttinger Spendenzentrums wurden hier nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 800 Personen mit über 10 000 Bekleidungsteilen, über 920 Paar Schuhen, etwa 500 Koffern sowie unzähligen Mengen an Küchen- und Geschirrbedarf, Bettwäsche, Erstlings- und Babybedarf, Spielzeug, Schul- und Sportbedarf versorgt. Darüber hinaus wurden vorübergehend in der Sporthalle auf den Zietenterrassen untergebrachte Geflüchtete ausgestattet und Flüchtlingsunterkünfte direkt mit Sport-, Schul- und Bastelmaterial sowie Spielsachen unterstützt.

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