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Ehrgeizige Kicker beim „Väter-Söhne Fußball“ in Göttingen

Im Tor steht ein Professor Ehrgeizige Kicker beim „Väter-Söhne Fußball“ in Göttingen

Jeden Sonntagmorgen treffen sich auf einem Fußballplatz des Sportzentrums der Uni zehn bis 20 Kicker. Das ist an sich noch nichts Besonderes, Fußball spielen schließlich viele. Ungewöhnlich ist jedoch, dass jeder Spieler mit mindestens einem anderen verwandt ist: die Gruppe nennt sich nämlich „Väter-Söhne Fußball“.

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„Väter-Söhne-Fußball“ am Uni-Sportzentrum.

Quelle: Vetter

Göttingen. „Ich wollte einfach zusammen mit meinen beiden Söhnen Sport treiben“, beschreibt Georg Lemmer (58) seinen Antrieb, aus dem heraus er die Gruppe 2005 ins Leben rief. Viele andere Väter fanden die Idee offensichtlich gut, und so dauerte es nicht lange, bis genug Spieler dabei waren, dass jeden Sonntag zwei Teams gegeneinander antreten konnten.

Daran hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre nichts geändert – außer, dass die Zusammensetzung der Teams heute nicht mehr die gleiche ist wie früher. Zunächst hieß es nämlich stets Alt gegen Jung, wobei meistens die körperlich überlegenen Väter gewannen. Doch im Laufe der Zeit änderten sich die Voraussetzungen. Die Söhne wurden größer, stärker und schneller, so dass schließlich meist sie die Oberhand behielten. Also treten heute nicht mehr Alt gegen Jung, sondern zwei altersmäßig gemischte Teams gegeneinander an, die immer so zusammengestellt werden, dass sie einigermaßen gleich stark sind.

Die Spieler gehören fast allen Generationen an, wobei Knut Henske mit seinen acht Jahren der Jüngste, Jürgen „Jogi“ Udolph mit 72 der älteste ist. Der emeritierte Sprachwissenschaftler kann natürlich nicht mehr ganz so schnell laufen, weshalb er das Tor hütet. Eins ist ihm dabei klar geworden: „Kommt ein scharfer Schuss, hilft einem die Habilitation überhaupt nichts.“

Auch wenn es sich um Freizeitsport handelt: Die Spieler agieren mit ziemlich viel Ehrgeiz. Fouls gibt es zwar nur wenige, aber harte Zweikämpfe schon: „Einen Spieler musste ich mal mit Handbruch ins Klinikum fahren“, erzählt Lemmer. Auch beziehungsweise gerade zwischen den Mitgliedern einer Familie herrsche starke Konkurrenz, so der promovierte Jurist: „Es gab Phasen, da haben meine Söhne Torben und Ben auf dem Heimweg nach dem Spiel nicht miteinander gesprochen.“

Der Ehrgeiz sei es auch, der die jungen Leute dazu anstachele, sich am Sonntagmorgen so früh aus den Federn zu bequemen, meint Paul Dicke: „Normalerweise würde mein Sohn Tim bis mittags schlafen, aber für unsere Spiele macht er eine Ausnahme.“

Von Hauke Rudolph

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