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Ein Blick in das Gedächtnis der Stadt Göttingen

Vier Kilometer Akten Ein Blick in das Gedächtnis der Stadt Göttingen

Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Stadt. In ihm werden alle wichtigen Dokumente aufbewahrt. Beim „Blick hinter die Kulissen“ der Göttinger Tourist-Info hatten Bürger jetzt Gelegenheit, sich dort umzuschauen.

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Interessierte Besucher im Stadtarchiv.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die Entscheidung, welche Dokumente wichtig sind, treffen die Archivare. Einer von ihnen ist Rolf Kohlstedt, zuständig für das Dokumentenmanagement, digitales Schriftgut und Gedenktafeln.

Er erläutert den Besuchern die Aufgaben eines Archivars und warum Dokumente überhaupt archiviert werden, die von der Stadtverwaltung und sonstigen Institutionen bereitgestellt werden. In der Regel sind das lediglich drei bis 15 Prozent der eingereichten Unterlagen. Aus diesem Grund muss der Archivar ein besonderes Gespür für die Wichtigkeit von Dokumenten entwickeln.

„Durch diese sollen die Menschen in 200 Jahren ein Bild von unserer heutigen Zeit vermittelt bekommen können, sowohl historisch als auch juristisch“, erläutert Kohlstedt. Der viereinhalb Kilometer lange Aktenbestand geht bis ins Jahr 1230 zurück. „Die Überlieferung in Göttingen ist generell sehr gut, da die Stadt größtenteils vom Zweiten Weltkrieg verschont wurde“, berichtete der Stadtarchivar weiter.

Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Stadt. In ihm werden alle wichtigen Dokumente aufbewahrt. Beim „Blick hinter die Kulissen“ der Göttinger Tourist-Info hatten Bürger jetzt Gelegenheit, sich dort umzuschauen. © Theodoro da Silva

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Gelagert werden die Dokumente in einem klimatisierten Raum bei Temperaturen von 16 bis 18 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von höchstens 50 Prozent. Das wird ständig kontrolliert, damit das Papier nicht gammelt, „denn was einmal archiviert wurde, soll theoretisch auch für die Ewigkeit archiviert sein,“ so Kohlstedt. Weiter geschützt sind die Dokumente durch Aktenmappen und Kartons aus säurefreiem Papier.

Diese sind in Rollregalen untergebracht, um mehr Fläche zur Unterbringung zur Verfügung zu haben.  Dadurch, dass das Stadtarchiv eine Pflicht zur Öffentlichkeit hat, kann jede Person mit einem berechtigten Interesse Dokumente einsehen, allerdings erst, wenn die Sperrfrist von 30 beziehungsweise 50 Jahren, zumindest bei sensiblen Daten, überschritten ist.

So bekamen die Besucher der Führung unter anderem eine Pergamenturkunde von vor 400 Jahren zu Gesicht, ebenso wie alte Stadtpläne und Poesiealben aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Staunend und begeistert stöberten sich die Besucher durch die Dokumente – und viele hätten gerne noch mehr Zeit zum Durchsehen gehabt.

Von Kira Gilster

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