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Ein Buddha für Duderstadt

Wochenendkolumne von Lars Wätzold Ein Buddha für Duderstadt

Da veranstalten also jeden Sonntag zwischen sechzig und hundert Leute als "Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen" in Duderstadt ein kleines Eichsfeld-Pegida und gießen ihre braune Soße aus. Unter anderem beklagen sie, dass sie seit 70 Jahren "nicht mehr stolz sein dürfen", Deutsche zu sein.

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Quelle: GT

Schon traurig, wenn man sonst nichts hat und kann zum stolz drauf sein.

Nun hat eine regionale Künstlergruppe das Treffpunkt-Denkmal vom Kriegskreuz zur Friedenstaube umgestaltet und so dafür gesorgt, dass die rechte Kundgebung am letzten Sonntag ein recht bizarres Bild abgab. Der "Freundeskreis" gibt sich aber betont vogelfreundlich und erklärt, die Taube sei "das perfekt passende Symbol für unsere friedlichen Ziele". Na so was! Demnächst singt da noch der AfD-Kreisverband "Give peace a chance" beziehungsweise "Ein bisschen Frieden", so viel Deutschtum sollte wohl drin sein.

Mit solch friedfertiger Toleranz auf Seiten der Brachialpatrioten war ja nun wirklich nicht zu rechnen. Da hätte man statt der Taube doch auch glatt einen riesigen, dicken chinesischen Buddha im Lotussitz über das Kreuz montieren können, feist grinsend, nur mit einem leichten Tuch bekleidet, 2 Kugeln in die Höhe reckend. So verstrahlt, wie dieser "Freundeskreis" ja offensichtlich ist, hätte er sicher auch dann das perfekt passende Symbol gelobt. Ich sehe direkt vor mir, wie zu Buddhas Füßen hundert Hornochsen ehrfürchtig ihre Fahne entrollen und das Vaterland beschwören. Die Gegendemo hätte man sich da glatt sparen können!

Was sagt eigentlich der Bürgermeister von Duderstadt zum wöchentlichen "freiheitlichen Bürgertreff"? Mein erster Vorsatz für das neue Jahr: Bürgermeister Nolte zeitnah nach seiner Meinung fragen.

Womit ich bei meinen Vorsätzen für 2016 angekommen bin. So würde ich gern ein Konzert von Iggy Pop besuchen, nachdem ich gestern staunend eine Aufzeichnung aus diesem Sommer gesehen habe. Was für ein Charisma! Welche Energie und Glaubwürdigkeit! Quasi das komplette Gegenteil von Sigmar Gabriel.

Ein weiterer Vorsatz lautet, endlich mein Körpergewicht in den Griff zu kriegen. Und da bin ich sicher nicht der einzige. Mein Tipp für 2016 ist die Reiner-Calmund-Diät: Nie mehr essen, als mit aller Gewalt reingeht. In diesem Sinn: Frohes Neues!

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Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016