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Ein Dorf spendiert sich einen eigenen Dorfladen

89 Reiffenhäuser retten Geschäft Ein Dorf spendiert sich einen eigenen Dorfladen

Elche gibt es in Reiffenhausen nicht. Das unterscheidet Leena Jobsons neue Heimat von Elk Lake in Ontario, dem Geburtsort der Kanadierin. Ansonsten ist vieles gleich: Abgelegen sind beide Orte, mit 650 Einwohnern etwa gleich groß, mit einer intakten Dorfgemeinschaft und von Wald umgeben – und vom Sonntag an haben beide Orte einen Dorfladen.

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Dorfladen-Team: Leena Jobson (r). mit Ehemann Ulrich Maiß und Andrea Weißenborn. Hinten Ortsbürgermeister Magerkurth.

Quelle: Gückel

Leena Jobson wird die Chefin, doch es ist nicht ihr Laden, sondern der des ganzen Dorfes. „Unser Dorfladen Reiffenhausen“ steht über der Tür. Tatsächlich dürfen sich 89 Reiffenhäuser als Miteigentümer fühlen. Sie haben für den neuen Dorfladen Kredit gegeben, erhalten ihre künftigen Zinsen in Form von Warengutscheinen und haben somit beigetragen, das einzige Einzelhandelsgeschäft weit und breit zu retten.

Das hätte eigentlich zum 31. Juli schließen sollen. Aus Altersgründen hat Elke Lückfeldt aus Hebenshausen aufgegeben. Neben Produkten ihrer Bäckerei hatten die Lückfeldts ein Gutkauf-Sortiment angeboten. Doch es lohnte nicht mehr.
Das soll anders werden, beschlossen auf der ersten Versammlung nach Bekanntwerden der Schließungspläne 104 Reiffenhäuser. Sie schickten eine Liste herum, auf der sich jeder eintragen konnte, ob er mit Eigenleistung oder einem Kredit helfen kann. Am Ende gaben 89 Geld, unzählige packen in diesen Tagen mit an. Bis Sonntag soll die Renovierung beendet sein. Dann wird ein Fest zur Eröffnung gefeiert (11 bis 17 Uhr). Erstmals kann dann das kleine Café im Eingangsbereich genutzt werden, denn der Laden soll – mehr noch als bisher – auch zum täglichen Dorftreff werden.

Das Sortiment, sagt Jobson, werde ganz auf die Nachfrage im Dorf abgestimmt. Hinzu kommt ein reichhaltiges Bio-Angebot, das zusammen mit dem örtlichen Bio-Partyservice Primavera ausgesucht wird. Außerdem soll es auch sonntags frische Brötchen geben, geliefert von Bäckerei Könnecke aus Groß Schneen. Jobson will zudem mit Helfern einen Bringdienst aufziehen – auch für die Nachbardörfer und auch sonntags. Und um die Mitbürger an den Laden zu binden, gibt es im Café auch Treffen zum Englischabend oder zum Büchertausch. „Bookclub“, sagt Jobson – wie so etwas in ihrer kanadischen Heimat heißt.

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