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Ein Göttinger Denkmal für die Göttinger Sieben

Skulptur von Grass und Steidl Ein Göttinger Denkmal für die Göttinger Sieben

Die Funken fliegen. Der mit Sauerstoff und Acetylen gefütterte Schneidbrenner frisst sich langsam durch die ein Zentimeter dicke Stahlplatte. Mit sicherer Hand führt Metallbauer Reinhardt Czyrnik das Gerät die Schnittkante entlang.

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Aus Stahl geschnitten: Metallbauer Reinhardt Czyrnik setzt den Entwurf von Nobelpreisträger Günter Grass um.

Quelle: Hinzmann

In der Firma von Roderich Senge in Weende entsteht derzeit ein Denkmal, das der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass entworfen hat. Den Buchstaben G und die Ziffer 7 schneidet Czyrnik in je zweifacher Ausfertigung aus der Platte. Mit fünf Zentimeter breiten Metallbändern sollen die vier Teile dann verschweißt werden, so dass das G und die 7 mehr Tiefe bekommen. Für die Göttinger Sieben, so die Idee, sollen Ziffer und Buchstabe stehen.

Der Entwurf, nach dem sich Czyrnik richtet, ist alles andere als exakt. Auf einem einfachen Blatt Papier hat Grass das Denkmal grob mit dünnem Filzstift skizziert. „In fünf Minuten ist der Entwurf entstanden“, sagt Grass’ Verleger Gerhard Steidl. Gemeinsam wollen Autor und Verleger das Denkmal an die Göttinger Sieben der Universität und Stadt schenken.
Geboren war die Idee dazu aus der Erkenntnis, dass es sehr wohl in Hannover ein Denkmal für die Göttinger Sieben gibt, nicht aber an der Wirkungsstätte der Professoren, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover protestierten. Darunter auch die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm. In seinem jüngsten Buch „Grimms Wörter“ hatte sich Grass mit den beiden Gelehrten befasst.

Als Material, so Steidl, habe man sich bei dem etwa 1,7 Meter hohen Denkmal bewusst für sogenannten Corten-Stahl entschieden. Senge beschreibt diesen „hochlegierten“ Stahl als besonders fest und gegen Rost geschützt. Zwar würde die Oberfläche schnell braun anlaufen. Diese Schicht verhindert aber durch chemische Prozesse die weitere Korrosion des Stahls.
Später, wenn alles nach Plan läuft ab November, soll die Skulptur auf dem Campus der Universität zwischen Hörsaalgebäude und Bibliothek auf einem etwa 1,2 Meter hohen Sandsteinsockel stehen. „Der Platz ist bewusst gewählt“, sagt Steidl. „Das Denkmal soll nicht isoliert stehen, sondern gut sichtbar an die Göttinger Professoren erinnern.“ Die Protestation der Göttinger Sieben vom 18. November 1837 soll darauf zu lesen sein. Er wird im Groner Scandolo Natur- & Betonsteinwerk gefertigt.

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