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Weniger Sperrmüll als erwartet

Psitive Bilanz Weniger Sperrmüll als erwartet

Ein Jahr nach dem Start Beginn neues Sammelsystems im Landkreis Göttingen für Sperrmüll ziehen Verwaltung und Politik ein durchweg positives Fazit. Die Sperrmüllmenge ist teilweise zwar erheblich gesunken. Dafür gibt es keinen Sperrmülltourismus mehr in den Dörfern – und auch kaum Klagen über das neue System.

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Gehört vielleicht bald der Vergangenheit an: Wilder Sperrmüll.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Bis Ende 2014 gab es in den Kreisgemeinden drei feste Abfuhrtermine für Sperrmüll. Seit vergangenem Jahr gilt ein neues Abrufsystem: Haushalte können per Postkarte oder online Sperrmüll anmelden. Innerhalb von vier Wochen bekommen sie eine Termin, an dem das Sammelfahrzeug kommt.

Es sei schleppend angelaufen, berichtete die Kreisabfallberaterin Andrea Schröder-Ludewig im Umweltausschuss des Kreistages, im Lauf des Jahres sei die Zahl der Bestellungen aber stetig gestiegen. Fazit: 14757 Bestellungen waren es am Jahresende. Und die haben insgesamt 5200 Tonnen Sperrmüll inklusive Elektroschrott, Altholz und Metall abholen lassen – knapp halb so viel wie 2014. Der Vergleich aber hinkt laut Verwaltung.

Rückgang höher als erwartet

Die Menge in 2014 sei außergewöhnlich hoch gewesen, viele Bürger hätten vor der Umstellung noch einmal besonders eifrig aufgeräumt und Sperrmüll vor die Tür gestellt. 2013 zum Beispiel waren es nach der Statistik 8439 Tonnen.

Mit einem Einbruch von etwa 30 Prozent habe die Kreisverwaltung im ersten Jahr gerechnet, erklärte Schröder-Ludwig. Das sei bei Elektroschrott (329 Tonnen) auch eingetroffen, der Rückgang bei reinem Sperrmüll (2017 Tonnen) und Altholz (2502 Tonnen) aber „fiel tatsächlich noch viel höher aus“. Bei Altmetall wiederum stieg die Menge deutlich: 352 Tonnen im vergangenen Jahr, 242 und 147 in den Jahren davor. Eine gesicherte Erklärung dafür gibt es nicht.

Kaum Klagen

Unterm Strich betrugen die Sammelkosten nach Angaben Schröder-Ludewigs im ersten Abruf-jahr gut 745000 Euro, 109000 Euro weniger als 2014. Im Gegenzug seien aber auch die Verkaufserlöse der Wertstoffe von gut 59000 auf gut 39000 Euro zurückgegangen. Die zentralen Gründe: weniger Sperrmüll und sinkende Preise.

Nach einiger Skepsis zu Beginn habe es im Lauf des Jahres nur sehr wenig Rückmeldungen gegeben, erklärte die Abfallberaterin weiter – und kaum Klagen. Die durchwühlten Sperrmüllhaufen und Ärger mit professionellen Sammlern an festgelegten Abfuhrterminen seien Geschichte. Und mehr wilde Deponien gebe es auch nicht. Auch die Mitglieder des Ausschusses waren sich einige: Die Umstellung habe sich gelohnt, es laufe besser als mancher erwartet hatte.

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