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Ein Stückchen Neuseeland nach Nörten geholt

Kiwi-Ernte auf Balkon Ein Stückchen Neuseeland nach Nörten geholt

Dicht an dicht hängen die Früchte. Mit den Ei-großen pelzigen Kiwi zwischen großen, grünen Blättern haben sich Ingrid und Dieter Scheuermann ein Stück Neuseeland nach Nörten-Hardenberg geholt.

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Inmitten ihrer Kiwizucht auf dem Balkon: Berta Wedler, ihre Tochter Ingrid und deren Mann Dieter Scheuermann.

Quelle: Hinzmann

„In diesem Jahr sind es nicht so viele“, räumt Dieter Scheuermann bescheiden ein. Aber diesmal seien die Früchte besonders dick und schwer. Ein Ast sei von der Last schon herunter gebrochen.

1984 haben Ingrid und Dieter Scheuermann die Kletterpflanzen von Ingrids Eltern zum Einzug ins neue Haus in Nörten bekommen. Damit die Bäume auch Früchte tragen, schenkten sie ein „Männchen“ und ein „Weibchen“. Die Kiwi ist zweihäusig, das heißt auf einer Pflanze befinden sich entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Die männlichen Pflanzen seien sehr zurückhaltend. Während die „Frau“ ihre Arme um den Balkon rankt, steht der „Mann“ längst nicht so raumgreifend daneben.

„Meine Mutter hat einen grünen Daumen“, erzählt Ingrid Scheuermann. Unter ihrer Anleitung hat sie die Pflanzen mit ihrem Mann groß gezogen. Täglich gossen sie sie mit einem Zehn-Liter-Eimer Wasser. In den ersten Wintern wurden die kleinen Bäumchen mit Schilfrohrmatten warm verpackt. Nach sechs bis sieben Jahren haben sie dann das erste Mal Früchte getragen.

Nun genießen auch die Eltern oben auf dem Balkon das Vanille-Aroma der großen gelblichen Blüten. „In diesem Jahr müssen wir die Kiwi sehr zurückschneiden“: Die Scheuermanns wollen ihren Balkon streichen. Doch zunächst müssen die Früchte geerntet werden. Dieter Scheuermann zieht ein trockenes Blatt ab. Wenn alle Blätter nach dem ersten Frost so herunterhingen sei die Zeit für die Ernte.

Die Eltern haben die Früchte schon gezählt. Mehr als 1000 seien es im vergangenen Jahr gewesen. In diesem Jahr schätzt Dieter Scheuermann die Zahl auf 600. Wie Äpfel werden die Früchte eingelagert, in Steigen einzeln nebeneinandergelegt und in offene Plastiktüten geschoben. Bis ins Frühjahr reichen sie dann für die ganze Familie mit den Enkelkindern. Nicht nur die Menschen, auch die Vögel lieben die Pflanzen. Zwei Amselpaare haben in dem knorrigen Geäst schon ihre Jungen ausgebrütet.

Von Ute Lawrenz

  Ursprung in China
  Die Kiwi stammt ursprünglich aus dem Yangtse-Tal in China. Heute wird sie in vielen subtropischen Ländern und auch in Gebieten mit gemäßigtem Klima angebaut. Den Bauern in Neuseeland ist es zu verdanken, dass die ‚Chinesische Stachelbeere‘ heute als Kiwi bekannt ist. Sie haben die Frucht aus Marketinggründen nach dem in Neuseeland heimischen Vogel (Kiwi) umgenannt. Noch heute stammt ein beträchtlicher Teil der in Europa am Markt kommenden Früchte aus Neuseeland.
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