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Einblick in das Fundbüro der Stadt Göttingen

Alltägliches und Kurioses Einblick in das Fundbüro der Stadt Göttingen

Schals und Handschuhe in Massen, unzählige Fahrräder, Schmuck, Geldbörsen, Musikinstrumente und Handys: In Göttingen geht vieles verloren. 1022 Fundstücke hat das Fundbüro, untergebracht im sogenannten Pavillon am Fuß des Neuen Rathauses, 2014 registriert, darunter auch Ungewöhnliches wie eine Nachtsicht-Wildtierkamera und einen Betonmischer.

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Einige der 1022 Fundstücke: 335 Schlüsselbunde und diverse Fahrräder warten auf ihre Besitzer.

Quelle: Heller

Göttingen. Letzterer stand eines Tages verwaist auf dem Bürgersteig am Nikolausberger Weg, gefüllt mit Flaschen und Unrat. Eine Anwohnerin schaffte das Baugerät aus dem Weg und schob es auf ihr Grundstück. Nach einer Grundreinigung durch den Betriebshof bewahrte sie den Betonmischer ein halbes Jahr auf, „nach dieser Frist geht der Gegenstand an den Finder, sofern er möchte“, beschreibt Fundbüro-Mitarbeiter André Becker das übliche Prozedere. Jeder, der einen gefundenen Gegenstand abliefere, könne bei der Gelegenheit einen Eigentumsvorbehalt anmelden.

Bei einem Großteil der Gegenstände verzichten die Finder sicher auf dieses Recht. So vermutlich bei der Zahnprothese, die in der Jahresstatistik 2014 des Fundbüros aufgeführt ist. Oder bei den 44 Brillen, die ihren Eigentümern abhanden kamen. Im Fall der vielen elektronischen Kleingeräte – darunter Handys, Kameras und MP3-Player – könnten sich die jeweiligen Finder aber durchaus für eine Übernahme interessieren.

335 Schlüsselbunde nahmen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorübergehend im Fundbüro auf. „Schlüssel werden oft wieder abgeholt“, sagt Becker. Anders verhält es sich mit den Fahrrädern. „Da ist die Abholquote ganz schlecht“, weiß Becker. „Ich arbeite hier seit viereinhalb Jahren, und ich habe nur viermal erlebt, dass ein Fahrrad wieder abgeholt wurde.“ 565 Räder wurden im vergangenen Jahr eingelagert. Vieles, was im Fundbüro landet, stammt aus Göttinger Stadtbussen: 335 Schals, 226 Mützen und 181 Schirme wurden gefunden.

Viele davon lieferten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe ab, „die bringen zweimal wöchentlich Kartons vorbei“. Auch Handschuhe fallen zuweilen in die Schwarzen Löcher zwischen den Sitzreihen – und das zumeist zu zweit. 287 vollständige Paare wurden im vergangenen Jahr abgeliefert. Rund 200 Kleidungsstücke nahmen Becker und seine Kollegin Sarah Krepinsky entgegen. Wie viele andere guterhaltene Fundstücke werden die Textilien an caritative Einrichtungen weitergegeben, wenn feststeht, dass sie nicht vermisst werden.

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